Späte Weinlese durch das kalte Wetter. Bei Dauerregen können die Trauben am Stock verfaulen, die Winzer müssen bei Lese auf extreme Selektion setzen.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 16. September 2014 (10:41)
Romana Haindl-Erlacher aus Wolkersdorf: »Noch sind unsere Trauben in Ordnung!«
NOEN, zVg
Wie der heurige Wein wird? Alle Winzer gehen davon aus, dass das, was sie in den Keller bekommen, gut sein wird. Sorgen bereitet ihnen aber der anhaltende Regen und die Gefahr von Botrytis, einer Pilzerkrankung, die die Ernte vernichten kann.

„Qualität des Weines wird bei der Weinlese bestimmt“

Auf jeden Fall wird bei der Ernte genau selektiert werden müssen. Marion Ebner-Ebenauer setzt in ihrem Weingut auf Topqualität. Deshalb wird händisch, spät und in mehreren Durchgängen gelesen werden. „Bis Ende Juni hatten unsere Trauben einen enormen Reifevorsprung aufgebaut“, erzählt die Winzerin. Das hat sich mit dem kühlen Sommer jetzt umgewandelt. Wir rechnen mit einer Haupternte im Oktober und November!“

Bei der Weinqualität komme es heuer extrem darauf an, sauber zu lesen: „Nur wer das sauberste Material in die Keller bekommt, hat die besten Qualitäten“, sagt Ebner-Ebenauer.

Rigoros selektiert wird auch im Martinsdorfer Weingut Zuschmann-Schöfmann: „Die Qualität des neuen Weines wird schon bei der Weinlese bestimmt“, sagt Else Zuschmann-Schöfmann: „Genaue Auslese und schonende Verarbeitung werden notwendig sein!“ Grundsätzlich erwartet sie sich saftige, aromatische Grüne Veltliner. Lesebeginn wird in Martinsdorf Mitte September sein.

„Kühlen Temperaturen fördern die Aromatik"

„Bis zum richtigen Lesezeitpunkt werden sicher noch drei Wochen vergehen“, sagt Romana Haindl-Erlacher vom gleichnamigen Wolkersdorfer Weingut. Der heurige Wein werde aber sicher eine Herausforderung. Nichts in der Natur, das nur Nachteile hat: „Die kühlen Temperaturen fördern die Aromatik und Eleganz bei Weißweinen, was uns gut gefällt!“

Und bis die Lese wirklich beginnt, haben die Haindl-Erlachers die Zeit ihren neuen Premium-Burgunder in die Flaschen zu füllen.

Im Detail

Botrytis ist Schlauchpilz. Alle Arten sind Pflanzenschädlinge, ein besonders bekannter Vertreter ist die Grauschimmelfäule mit einem sehr großen Wirtspflanzenkreis.

Alle Botrytis-Arten leben als Parasiten, dabei induzieren sie den programmierten Zelltod im befallenen Gewebe der Pflanzen. Dies führt zum fortschreitenden Zerfall des Gewebes (Fäule).
Quelle: de.wikipedia.org