Poysdorf

Erstellt am 18. Januar 2017, 12:40

von Jutta Hahslinger

Nach Nacktfotos teure Telefonate mit „Facebook-Polizei“. Weinviertlerin (31) gab vor, ein irrtümlich ins Netz gestelltes Nacktfoto löschen zu lassen, und kassierte dafür beim Opfer ab.

Symbolbild  |  Bilderbox.com

Ein Klick, und schon war einer ungeübten Facebook-Benutzerin (33) aus dem Bezirk Mistelbach das Missgeschick passiert: Sie verschickte ein Nacktfoto von sich, das nicht nur für den Lebensgefährten, sondern für alle Nutzer sichtbar war.

Hilfesuchend wandte sich die 33-Jährige an jene Bekannte, die für sie die ersten Zugangsschritte ins Netz erledigt hat. Die vermeintlich gute Freundin, eine 31-jährige aus dem Dreiländereck, versprach auch sofort dafür zu sorgen, dass das Foto gelöscht wird.

„Sie haben die Naivität und Gutgläubigkeit der Leute schamlos ausgenützt.“

Richter Manfred Hohenecker

Dankbar zahlten die Weinviertlerin und ihr Gefährte, als die vermeintliche Helferin erklärte, die Fotoentfernung koste Geld, da teure Telefonate mit der Facebook-Polizei erforderlich seien. Insgesamt knöpfte die Bekannte dem Paar 9.100 Euro ab.

Die Beschuldigte wollte vor Gericht von der dreisten Abzocke nichts wissen. Richter Manfred Hohenecker glaubte aber dem Paar und verhängte über die Betrügerin eine teilbedingte Freiheitsstrafe: 15 Monate, davon muss die Weinviertlerin fünf Monate hinter Gittern absitzen (nicht rechtskräftig).

„Sie haben die Naivität und Gutgläubigkeit der Leute schamlos ausgenützt“, fand Richter Manfred Hohenecker harsche Abschlussworte.