Audio Tuning übersiedelt in den Wirtschaftspark. Heinz Lichteneggers Firma Audio Tuning übersiedelt in den Wirtschaftspark. Er ist ein Pionier des High End-HiFi.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 23. August 2017 (05:00)
Carina Rambauske
Der Zistersdorfer Heinz Lichtenegger ist mit seinen Qualitäts-Plattenspielern schuld am Comeback der Vinyl-Schallplatten. Jetzt errichtete er seine neue Firmenzentrale in Wilfersdorf.

Ein Weinviertler, der sich seinen Traum erfüllt hat, kehrt heim: Heinz Lichtenegger, Chef von Audio Tuning und Pro-Ject, zwei Garanten für High-End-Audio-Systeme, wird kommende Woche seine neue Firmenzentrale im Wirtschaftspark Wilfersdorf-Mistelbach eröffnen.

Als alles begann, war Lichtenegger ein Weinviertler Bursch, der an der Tankstelle seiner Mutter in Zistersdorf Autoradios einbaute und dabei nicht einfach das billige Zeug nahm, sondern seinen Kunden ein Klangerlebnis bieten wollte.

Mit dem Studium verschob sich sein Wirkungskreis nach Wien. Heute ist er mit seinem Unternehmen Audio Tuning Weltmarktführer bei der Produktion von Qualitäts-Plattenspielern: Mit der Marke Pro-Ject ist er maßgeblich am Comeback der Vinyl-Platten mit schuld. Sogar der US-amerikanische Autor David Sax zitiert den Weinviertler in seinem Bestseller „Die Rache des Analogen“.

Neuer Standort in Wilfersdorf

Am neuen Standort in Wilfersdorf schafft sich Lichtenegger jetzt eine neue Zentrale: Hier bündeln sich die Warenströme der Partnerwerke in Tschechien und der Slowakei und gehen dann zu den Partnerhändlern auf der ganzen Welt. Die größten Abnehmer? „USA, Russland, Australien“, zählt Herbert Rutschka, Betriebsleiter im Logistikzentrum in Wilfersdorf auf. „Außerdem sind die Wege zu unseren Partnerwerken hier kürzer.“

Pro-Ject fertigt Qualitätsaudiosysteme für audiophile Menschen an. Die Systeme sind modulweise aufgebaut und können jederzeit erweitert werden. Firmenchef Heinz Lichtenegger ist eine einfache, übersichtliche Bedienbarkeit wichtig, da zu viel Schnickschnack nur verwirrt. Und: „Meine Produkte müssen mindestens eine Generation halten. Wir garantieren 25 Jahre lang die Versorgung des Gerätes mit Ersatzteilen“, sagt Lichtenegger im NÖN-Interview. Warum? „Wir denken nachhaltiger, gegen den Massenkonsum: Es ist ein großer Unterschied, ob man in 25 Jahren ein Produkt ein Mal oder fünf Mal wegschmeißt.“

Nicht nur analog

Das Pro-Ject-Plattenspieler-Segment beginnt bei 200 Euro: „Um 100 Euro bekommt man nur Plastikmist“, so der Audio-Pionier, seine Geräte seien Präzisionswerke. Stolz ist das Unternehmen derzeit auf zwei besondere Editionen: Eine limitierte Edition mit 175 Stück in Kooperation mit den Wiener Philharmonikern, bei der das Gehäuse des Plattenspielers aus Cello-Holz, Tasten von Flötenklappen und der Fingerlift von einer Klarinette stammen. Eine zweite Serie stellt das 50-jährige Erscheinungsjubiläum des Beatles-Albums „Sergeant Pepper“ in den Mittelpunkt, die Plattenspieler dieser Serie sind speziell auf die Pop-Band gebrandet.

"Trend geht weiter zu Vinyl"

Also alles nur analog? Nicht ganz, denn in den Verstärkern verbirgt sich dann doch die neueste und beste Digitaltechnik. Denn Pro-Ject hat auch Verstärker, Boxen und Streamer.

Wie wird der Musikmarkt in 20 Jahren aussehen? „Der Trend geht weiter zum Vinyl: Dann werden 80 Prozent auf Streaming-Dienste entfallen und 20 Prozent auf analog. Die CD ist tot!“, sagt Heinz Lichtenegger.

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