Tourismus-Studie: Parkplätze für Urlauber Nebensache. Brünner Uni analysierte, was Urlaubern wichtig ist: die Hauptattraktionen, nicht das Umfeld.

Von Gerhard Brey. Erstellt am 06. Oktober 2019 (04:12)
Gerhard Brey
Im Festsaal des Liechtensteinschlosses in Wilfersdorf fand ein Interreg-Workshop „Kul-Ident“ statt, unter der Projektleitung von Milan Jerabek(Masarik-Universität Brno), angelehnt an das Projekt DANUrB (Donau Universität Krems): Hans Huysza, Milan Jerabek, Josef Tatzber, Milan Nespor.

Die wichtigsten Ziele von Touristen sind: Gezielt Sehenswürdigkeiten besuchen, besondere Erlebnisse genießen, Natur und Landschaft kennenlernen, sportliche Wettbewerbe, Gastronomie und „Food-Festivals“ und Ausstellungen (Bilder, Fotografien). Alles Weitere rangiert unter „ferner liefen“. Eine Sorge – Parkplatznot – findet sich auch immer öfter und zeigt, wie überlaufen manche Tourismus-Hotspots in Südmähren bereits sind. Der Wunsch, auch das Weinviertel zu besuchen, wird von vielen Touristen häufig geäußert.

Das geht aus einer Studie von Milan Jerabek und Vendula Svoboda von der Brünner Masarik-Universität hervor, die am Dienstag im Liechtensteinschloss in Wilfersdorf im Rahmen eines Workshops präsentiert wurde.

Die kulturelle Identität im „March-Gebiet“ soll verstärkt werden, so der Titel der Arbeit, die letztendlich die Region beidseits der alten Grenzen - Südmähren und Weinviertel - meint. Es geht in dieser Studie auch darum, die Chancen, die eine weitere Entwicklung des Tourismus, sowohl in Südmähren, als auch im unmittelbar angrenzenden Weinviertel bietet, zu nutzen.

So wurden in der Studie etwa die „Denkmäler“ (Schlösser, sakrale Bauwerke, Monumente, Statuen) - alles, wo Touristen gezielt hinwollen – untersucht, ob sie leicht erreichbar sind und welche Art (historisch, kirchlich, baulich, landschaftlich, …) bevorzugt besucht wird. Es wurden auch die Bettenanzahl im Verhältnis zur Bevölkerung und viele weitere statistische Werte erhoben. Weiters welche Ebene (privat bis staatlich) sich für Zusammenarbeit im Tourismus, Pflege, Erhalt und Präsentation der „Denkmäler“ einsetzt. Viele weitere, für Tourismus und die Pflege kultureller Identität relevante Fragen, wurden ebenfalls per Fragebogen abgefragt.

Nun liegt ein umfangreiches Studienergebnis vor, mit teilweise recht überraschenden Ergebnissen.