Dumeier: „Weinviertel verträgt noch 200 Anlagen“ . Windradbetreiber W.E.B.-Vorstand Frank Dumeier über das Potenzial im Weinviertel, Effizienz und den Markt.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 28. Februar 2018 (05:00)
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Windrad-Betreiber W.E.B. und Vorstands-Chef Frank Dumeier luden zum Kamingespräch über die Entwicklung der Windkraft.

Wie viele Windräder verträgt das Weinviertel noch? Für Frank Dumeier, Chef des Waldviertler Windenergieproduzenten W.E.B., ist die Antwort klar: So viel wie das Leitungsnetz Richtung Süden aufnehmen kann. Bis 2021 soll die 380-KV-Ringleitung fertiggestellt sein. Dann würde das Weinviertel bis 2030 rund 200 neue Windkraftanlagen vertragen.

Der Windstrom-Anbieter und Anlagenbetreiber W.E.B. lud am 22. Februar zum Kamingespräch ins Wolkersdorfer Hotel Klaus. Themen waren Energiewende, e-Mobilität, Windradausbau und die Entwicklung des Waldviertler Unternehmens, das im Vorjahr erstmals eine Terrawatt-Stunde grünen Stroms erzeugt hatte. „2017 war ein absolutes Erfolgsjahr“, ist Dumeier auch entsprechend zufrieden mit der Entwicklung seines Unternehmens, das im Weinviertel Windräder im Bezirk Gänserndorf, Hagenbrunn und in Seyring hat.

„Wenn die 380 KV-Ringleitung gebaut ist, verträgt das Weinviertel bis 2030 noch rund 200 neue Windräder!“Frank  Dumeier, W.E.B-Vorstand

„Aber die Frage ist nicht, was im Weinviertel noch geht, sondern wie viel die Weinviertler zulassen“, sagt Dumeier. Er rät zu einem organisch verträglichen Wachstum, damit die Stimmung im windkraftaffinen Osten des Weinviertels nicht kippt. Wie lange hält die vom Land verordnete Windkraft-Zonierung, die regelt, wo Windkraftanlagen errichtet werden dürfen und wo nicht? „Vielleicht noch ein Jahr“, glaubt Dumeier.

Warum baut das Waldviertler Unternehmen nicht auch im Bezirk Mistelbach? „Das hängt mit dem Projektentwicklerteam zusammen, das im Gänserndorfer Bereich besser vernetzt ist“, sagt der Geschäftsführer. Und damit, dass die befreundete Windkraft Simonsfeld Mistelbach als ihren Heimmarkt hat. Gemeinsam werde zum Beispiel der neue Windpark Dürnkrut-Götzendorf entwickelt.

Alte Windräder sind gut für die Bilanz

Was die W.E.B. von anderen Windkraftanbietern abhebt: Das Unternehmen ist seit 24 Jahren am Markt – und hat entsprechend auch schon einige „geriatrische“ Windräder, die aus den Förderungen herausgefallen sind. Der dort produzierte Strom kann zu Marktpreisen verkauft werden, in der Bilanz wirken sich diese Anlagen zudem positiv aus, da sie bereits abgeschrieben sind. „Unsere Windräder sind durchschnittlich zehn Jahre alt. Wir haben 15, die älter als 20 Jahre sind“, sagt Dumeier. Die Zwei-MW-Klasse soll zumindest 25 Jahre laufen, bei den Kleineren würden 30 Jahre angepeilt.

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