Reisebranche im Bezirk Mistelbach: „Saison abgehakt“. Reisebüros und Thermen einig: Man hofft auf kurzfristige Buchungen und verlässt sich auf das nächste Jahr.

Von Kathrin Schlegelhofer. Erstellt am 25. November 2020 (04:40)
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Kein langfristiges Planen, Verunsicherung der Kunden und ständig wechselnde Maßnahmen - diesen Herausforderungen steht die Reisebranche im Moment gegenüber. „Die Wintersaison ist abgehakt“, stellt Sascha Hasiner vom Reisebüro Columbus in Mistelbach fest. Vor allem durch den neuerlichen Lockdown wurde den Reisebüros wortwörtlich ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Doch auch für die Zeit danach zeigen sich die Kunden verhalten obwohl einige Veranstalter durchaus gute Konzepte ausgearbeitet haben. „Viele wissen zum Beispiel nicht, dass ein positiver Coronatest fast immer ein Grund zur kostenlosen Stornierung ist“, erklärt Hasiner.

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Für viele sei es aber auch durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit so gut wie unmöglich, einen Urlaub finanziell zu stemmen. Hasiner weiß jedoch durch persönlichen Kontakt zu den Kunden: „Die Reiselust ist trotzdem ungebremst!“.

Österreichs Wirtschaft leidet besonders unter dem Einbruch der Buchungen in der Skibranche, vor allem junge Leute bleiben im Moment öfter zuhause. „Die Jungen wollen am Ende vom Skitag feiern gehen - und das geht in der Corona Krise nunmal nicht“, ist sich Hasiner bewusst.

Auch das Geschäft über Weihnachten wird durch die strengen Maßnahmen im In- und Ausland wohl stark betroffen sein. Normalerweise fliegen viele über die Feiertage in warme Länder, zum Beispiel Mauritius. „Durch die 14-tägige Quarantäne bei der Einreise macht das jetzt keiner mehr“, so Hasiner.

Der Lockdown hat natürlich auch bei den Thermen für Buchungsrückgänge gesorgt, diese zeigen sich jedoch etwas optimistischer für die Zeit danach und rechnen durchaus mit einer guten Wintersaison.

Reinhold Hofmann, der stellvertretende Geschäftsführer der Therme Laa, betont: “Die Erfahrungen aus den letzten Monaten haben gezeigt, dass die Gäste nach der Lockerung der Maßnahmen wieder verstärkt Ruhe und Entspannung suchen“.

Die Reisebüros verlassen sich hingegen eher auf die nächste Sommersaison. Laut Hasiner wird es hier durch die Maßnahmen weniger Plätze geben und die Menschen würden schon jetzt anfangen zu buchen, um sich einen davon zu sichern. „Das brauchen wir auch“, fügt er hinzu, „sonst können wir das 2021 finanziell nicht mehr stemmen“.

Außerdem hofft die Branche auf kurzfristige Buchungen und Kunden, die sich doch auf die guten Stornobedingungen verlassen. Silvia Rieder vom Reisebüro Ruefa in Mistelbach rechnet darüber hinaus mit überdurchschnittlich vielen Buchungen von Ferienhäusern und Appartements: „Schon im Sommer haben wir da Zuwächse gehabt - dieser Trend könnte sich durchaus fortsetzen“.

„Es ist natürlich eine schwierige Situation, ich bin mir aber sicher, dass die Zeiten wieder besser werden“Sascha Hasiner vom Reisebüro Columbus

Sowohl Reisebüros als auch Thermen sehen durch die Krise auch eine Änderung im Bewusstsein der Österreicher, die Tendenz zum Urlaub im eigenen Land wird laut ihnen auch nach Corona weiter bestehen. „Unsere Vermutung ist, dass dieser Trend auch im kommenden Jahr noch aktuell sein wird“, so Rieder.

Trotz Krise gibt es also durchaus Entwicklungen, die auch in dieser äußerst stark betroffenen Branche für Optimismus sorgen. „Es ist natürlich eine schwierige Situation, ich bin mir aber sicher, dass die Zeiten wieder besser werden“, schildert Sascha Hasiner die Lage.

„Und meine persönliche Prognose ist: Spätestens ab Herbst 2021 erwarten wir, dass reisetechnisch wieder alles normal ist und wir nächstes Jahr wieder eine starke Wintersaison haben.“

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