Asphalt für die Sicherheit am neuen Radweg. Die Katzmann-Promenade in Wolkersdorf ist einigen Natur-Aktivisten ein Dorn im Auge.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 28. April 2021 (03:51)
Der Weg am oberen Rand des Ackers soll asphaltiert werden und nach Wissenschaftler Werner Katzmann benannt werden. Per Petition werden Unterschriften gegen die „Versiegelung“ gesammelt.
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Die Benennung und geplante Asphaltierung eines gut 250 Meter langen Wegabschnittes entlang des Rußbaches sorgte schon in der Gemeinderatssitzung am 16. Dezember 2020 für Aufregung: Die ÖVP forderte damals eine Bürgerbefragung dazu, ob der Weg auf den Namen Dr.-Werner-Katzmann-Promenade getauft wird.

Vergangene Woche wurde auf mein.aufstehen.at eine Petition gestartet, welche sich mit dem Appell „der Naturweg in Obersdorf zwischen Russbachzeile und Friedensring darf nicht versiegelt werden!“ an die Wolkersdorfer richtet. Knapp über 400 Personen haben am Montag unterschrieben.

Werner Katzmann war Biologe und Mitgründer der Wolkersdorfer Umweltinitiative. Der Widerstand gegen das Projekt richtet sich nicht zuletzt daher gegen die WUI, aber schon allein deswegen, da die Grünen üblicherweise gegen die Versiegelung von Flächen eintreten. Ausweichrouten, auf der jeweils einen oder anderen Seite des Rußbaches zu nutzen, wie einige Nutzer auf Facebook vorschlagen, ist für Umweltstadtrat Christian Schrefel (WUI) in diesem Fall allerdings kein gangbarer Weg: Um Menschen zum Radfahren zu animieren, benötige es sicherer Radwege und solche in hoher Qualität. Zwar kennt Schrefel die Initiatorin der Petition, doch darüber, was Radfahrer benötigen, sei man unterschiedlicher Auffassung.

Die Sicherheit hat für Schrefel bei der Katzmann-Promenade Priorität, um eine teilweise autofreie Verbindung zwischen Wolkersdorf und Obersdorf zu schaffen. Die Radlobby Wolkersdorf schlägt in die selbe Kerbe und schreibt: Wenn eine „kurze, schnelle und sichere Verbindung auch für Verkehrsteilnehmer wie Kinder“ geschaffen werde, „vertritt die Radlobby den Standpunkt, dass in diesem Fall in Kauf genommen werden kann, dass dieser ca. 250 Meter lange und 2,5 Meter breite Weg asphaltiert wird.“

Schrefel weist darauf hin, dass sich unter dem Weg bereits ein Kanal befindet und schon in der Vergangenheit Bauarbeiten vorgenommen wurden. Um ein Biotop handle es sich daher nicht, eher um eine Gstettn. Davon habe man in Wolkersdorf allerdings genug, in Wien wäre das Areal vermutlich schützenswerter.

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