Betreiber von Barbershop fühlt sich von Polizei schikaniert

Barbershop-Kunden in Wolkersdorf wurden abgestraft. Beschwerden über Salon würden sich laut Polizei seit einem Jahr häufen.

Erstellt am 13. Januar 2022 | 05:15
Lesezeit: 1 Min
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Emre Celik von „Shababs Barbershop“ in Wolkersdorf kritisiert das Vorgehen der Polizei.
Foto: zVg

Emre Celik und sein Team von „Shababs Barbershop“ fühlen sich von der Polizei schikaniert: In den letzten Wochen kam es in seinem Geschäft zu mehreren Anzeigen und Strafen, auch seine Kunden mussten in die Tasche greifen.

„Einer meiner Kunden bekam gerade seinen Bart geschnitten. Andere Kunden trugen die Maske nicht, weil sie gerade etwas zu trinken bekamen. Strafe zahlen mussten diese dennoch“, schildert Celik.

Der 19-Jährige hat seinen Salon vor einem Jahr eröffnet, fünf Angestellte zählen zu seinem Team. „Ich kann es mir nicht leisten, dass meine Kunden wegen so einem Geschehen vergrault werden.“

Polizistin telefonierte und nahm Maske ab

Was Celik besonders sauer aufstößt: Eine Polizistin nahm während der Amtshandlung bei einem Telefonat ihre Maske ab, wie er mit einem Video beweist. Wenige Tage später erfolgte ein weiterer Besuch der Polizei, die Beamten hätten Celik und seine Mitarbeiter, die sich im laut Celik kundenleeren Salon ohne Maske antrafen, angeschrien.

„Wir reden hier nicht von einem Einzelfall“, macht Dieter Rath vom Bezirkspolizeikommando klar. Seit einem Jahr würden sich die Beschwerden über den Barbershop wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht häufen, und das nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der Gemeinde. Von einer Schikane könne demnach keine Rede sein: „Diese Kontrollen sind von der Behörde angeordnet und erfolgten rechtmäßig“, betont Rath.

Ein Blick auf die Website der Wirtschaftskammer klärt über die Auflagen für Frisöre auf: Kunden müssen in der Betriebsstätte eine FFP2-Maske tragen, Ausnahme sind körpernahe Dienstleistungen, für die eine Abnahme notwendig ist. Arbeitnehmer, Inhaber und Betreiber müssen ebenfalls Maske tragen, wenn ein Kontakt zu anderen Personen nicht ausgeschlossen werden kann.