"Fahrende Firma" nimmt Platz in Beschlag. Eine fahrende Volksgruppe hat sich am Rande der Stadtgemeinde niedergelassen und wird für drei Wochen bleiben.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 12. Juli 2019 (12:19)
Szeker
Eine fahrende Volksgruppe hat sich auf einem abgesperrten Platz in der Badgasse niedergelassen. Die Gruppe brach das Schloss auf, um sich Zugang zu verschaffen.

In der Badgasse hat sich beim Sportplatz eine fahrende Volksgruppe niedergelassen – sie brach ein Schloss auf und verschaffte sich so zutritt. Laut Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf) kommt diese aus Tulln, sie hat den Platz ohne vorherige Ankündigung in „Beschlag genommen“. Aufgrund völkerrechtlicher  Vereinbarungen dürfe der Aufenthalt jedoch nicht untersagt werden, erklärt dazu die Stadtgemeinde auf Facebook.

Die Gruppe ist mit etwa 40 Wohnwagen unterwegs und wird drei Wochen auf dem Platz in Wolkersdorf verweilen. Litzka steht dem Aufenthalt kritisch gegenüber: „Ich sehe das persönlich so: Wenn sich jemand ankündigt und eingeladen wird, ist das eine andere Situation, als wenn sich jemand uneingeladen niederlässt“, sagt er.

Um den Aufenthalt zu verhindern sei ein Gerichtsverfahren notwendig.

Damit für die Gemeinde kein Schaden entsteht, stellt Bürgermeister Litzka jedenfalls sicher, dass anfallender Müll beseitigt wird. Sollte es zu Problemen zwischen den spontanen Gästen und den Wolkersdorfern kommen, fordert der Stadtchef die Gemeindebürger dazu auf, Kontakt mit der Gemeinde oder der Polizei aufzunehmen. In einer Whats App-Gruppe wird das Thema bereits heiß diskutiert.

Inmitten der zahlreichen Wohnwagen war am Donnerstag ein junger Mann damit beschäftigt, ein Holzobjekt (vermutlich eine Türe) abzuschleifen. Auf ein Interview wollten sich die Mitglieder der „fahrenden Firma“ – so wird die Gruppe auch bezeichnet – jedoch nicht einlassen. „Du machst unser Geschäft kaputt“, waren die Worte zum Abschied.

Eine ähnliche Gruppe lässt sich auch jedes Jahr in Mistelbach nieder. Dem Bezirkspolizeikommando ist bekannt, dass diese Gemeinschaft (in Mistelbach) etwa Fassadenreinigungen angeboten hat, allerdings beruhigt die Polizei: „Das sind keine Schwerverbrecher.“ Litzka mahnt jedoch, dass für die Volksgruppe in Wolkersdorf das gleiche gilt, wie für jeden anderen Gewerbebetrieb.