Geldspritze soll Ärzte anlocken. Regenbogenkoalition will Förderungen für offene Stellen, ÖVP will Gruppenpraxis bauen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 11. September 2019 (05:12)
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Die nächste Gemeinderatssitzung ist für den 18. September angesetzt. Dann treffen die Regenbogenkoalition und die ÖVP im Saal der Neuen Mittelschule wieder aufeinander.

Ob die Sitzung harmonischer verlaufen wird, als jene vor dem Sommer, ist fraglich, denn zuletzt kam es wegen der Nachbesetzung von Franz Robls Gemeinderatssitz zu Streitigkeiten. Jetzt schmieden die beiden Volkspartei-Gruppen an Maßnahmen, um die ärztliche Versorgung zu verbessern – an verschiedenen Maßnahmen.

Das Team rund um Ex-Bürgermeisterin Anna Steindl und Klubobmann Martin Stöckl (beide ÖVP) möchte ein Gesundheitszentrum nach Vorbild des GHZ Enns etablieren. Der Grund: Die Ärztin Martina Schleger ist mit Juli in Pension gegangen und im September wird auch Michael Schromm seine Praxis schließen. Das ÖVP-Projekt soll daher in der nächsten Sitzung zum Beschluss eingebracht werden.

„Die ÖVP wird einen Antrag zur Fassung eines Grundsatzbeschlusses für den Bau eines Gesundheitszentrums mit Gruppenpraxis einbringen.“Martin Stöckl, Klubobmann ÖVP

Stöckl erklärt den Plan seiner Partei: „Die ÖVP wird einen Antrag zur Fassung eines Grundsatzbeschlusses für den Bau eines Gesundheitszentrums mit Gruppenpraxis einbringen. Dieses Bauprojekt soll vorrangig vor allen anderen Projekten behandelt werden“, sagt er. Vorab soll das Vorhaben auch in den Ausschüssen präsentiert werden. Stöckl hofft, möglichst schnell eine Standortentscheidung treffen zu können.

Die ersten Vorstellungen der ÖVP zum Gesundheitszentrum sehen eine Einrichtung für drei Kassenvertragsstellen in Form einer Gruppenpraxis vor. „Je nachdem, wie sich die Ärzte ihre Gruppenpraxis organisieren, können dort natürlich mehrere Ärzte angestellt sein“, erklärt Stöckl. Dass die Regenbogenkoalition dem Vorschlag zustimmt, scheint jedoch unwahrscheinlich: Die Fraktion tagte am Sonntag im Hotel Klaus und kreierte ihrerseits einen Plan, um Ärzte anzulocken.

Der Vorschlag von Gelb, Türkis, Grün und Rot sieht Förderungen vor: 30.000 Euro Startförderung pro offener Kassenstelle, um vakante Stellen attraktiver zu machen. „Ich habe bereits mit 20 Ärzten persönlich über dieses Thema gesprochen. Der allgemeine Tenor zeigt leider, dass das Betreiben einer Kassenstelle derzeit wirtschaftlich sehr schwierig ist“, erklärt Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf) den Hintergrund. Die Ärzteversorgung Wolkersdorfs habe für ihn oberste Priorität.