Gemeinde sucht Pächter für das„Obersdorfer“ . Das Cateringkonzept des ehemaligen Pächters des „s’Obersdorfers“ ist nicht wie gewünscht aufgegangen. Der Wirt fühlte sich dem Alltags-Betrieb ausgeliefert.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 10. Oktober 2019 (03:16)
Christoph Szeker
Das „s’Obersdorfer“ sollte nach seiner Renovierung das Ortszentrum beleben, jetzt steht es wieder leer.

Das Wirtshaus „s’Obersdorfer“ sollte nach seiner Renovierung vor zwei Jahren das Ortszentrum Obersdorfs beleben. Es ist direkt an einen Veranstaltungssaal angebunden und auch ein namhafter Pächter konnte mit Andreas Steiner gefunden werden. Knapp zwei Jahre nach der Eröffnung (November 2017) ist es mit dem Leben im Wirtshaus jedoch schon wieder vorbei: Steiner wirft das Handtuch. Seinen Businessplan konnte er nicht wie gewollt umsetzen.

Dabei stand anfangs ein erfolgversprechendes Konzept für das Lokal, welches lange leer war, im Raum. Steiner, der acht Jahre im Schweizerhaus tätig war, hatte vor, den Betrieb auf drei Säulen aufzubauen: Wirtshaus, Catering und die Verwendung eines Kirtagszeltes für Veranstaltungen. Mit dem Cateringangebot sollte im Rahmen einer geplanten Genusszone zudem den Mitarbeitern des ecoplus Wirtschaftsparks Essen angeboten werden.

Steiner wollte für Wirtschaftspark kochen

Die Idee der Genusszone lieferte ein Mitarbeiter einer Firma im Wirtschaftspark, der Wolkersdorfer Wirtschaftsverein griff unter Obfrau Andrea Stöger-Wastell (ÖVP) das Konzept auf: Die Wirte in Wolkersdorf sollten in einer App ihre Speisen anbieten, die Mitarbeiter im Wirtschaftspark hätten diese dann vorbestellen und in einer Sammelbestellung abholen können. Steiner rechnete mit einem Potenzial von 300 bis 400 Mahlzeiten pro Tag. Im August 2017 eröffnete dann aber das Incook im ecocenter, das die Versorgung der Mitarbeiter des Wirtschaftsparkes übernahm.

Steiner ging jedoch weiterhin davon aus, dass aus der Genusszone etwas wird. Als dem Wirt schließlich klar wurde, dass die Pläne nicht aufgehen werden, stand er vor einem Problem: „Durch den Wegfall der Genusszone war ich dem typischen Gasthausbetrieb ausgeliefert“, beklagt er. Die Gastronomie floriert seines Wissens nach wegen des Tourismus, aber vor allem im südlichen Österreich.

Überhaupt war Steiner vor und nach der Eröffnung des „s’Obersdorfers“ in einige Querelen mit der Gemeindeführung unter Ex-Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) verwickelt. In dem Gebäudetrakt in der Hauptstraße 56 befinden sich neben dem Wirtshaus außerdem auch der CoWorking Space sowie ein Kindergarten. Das führte zu mehreren Streitpunkten. So wollte Steiner Events im Saal hinter dem Wirtshaus veranstalten, da dieser für den Betrieb wirtschaftlich notwendig sei. Wegen des Kindergartens sei dies problematisch gewesen.

Ihm sei zunehmend klarer geworden, dass er das „s’Obersdofer“ nicht wirtschaftlich weiterführen könne. Darüber hinaus sei es in der Region schwierig, qualifiziertes Personal für den Betrieb zu finden.

Auch Gerüchte in der Bevölkerung sollen dem Wirt zugesetzt haben. Jetzt sucht die Gemeinde unter der neuen Führung von Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf) daher einen neuen Pächter. Gemeinsam mit diesem möchte man ein neues gastronomisches Angebot für die Region Wolkersdorf entwickeln.