Kurt Hackl: „Weglaufen vor Debatte“. Nachdem die ÖVP in Wolkersdorf mit ihrem Auszug eine Gemeinderatssitzung beendete, konterten Vertreter der Stadtregierung mit dem Vorwurf eines Skandals rund um Roland Gube.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 22. Oktober 2020 (04:04)
Kurt Hackl sieht bei der ÖVP ein Weglaufen vor der politischen Debatte.
Semrad

Große Wellen schlugen die Aussagen der ÖVP im sozialen Leben der Stadtgemeinde. Nach Ansicht der Fraktion lege Gemeinderat Roland Gube (Team/Volkspartei) mit dem Erwerb eines Bauplatzes in der Siedlung In Kirchbergen unmoralisches Verhalten an den Tag, da er als Mandatar selbst die Regelungen zum Bauplatz-Verkauf mitbeschlossen hat.

Gube will die Angriffe gegen seine Person und Verwandte nicht hinnehmen und forderte in der jüngsten Gemeinderatssitzung (14. Oktober) eine formelle Entschuldigung der ÖVP an Gubes Eltern. Diese seien im Zuge einer „Diffamierungsorgie“ seitens der ÖVP nämlich zu Unrecht durch den Dreck gezogen worden. Gubes Mutter werde auf der Straße angepöbelt, sagt der Gemeinderat.

„Das Weglaufen vor einer politischen Debatte sollte in Wolkersdorf nie wieder passieren.“Kutzt Hackl, Gemeinderat (Team)

Neben Gube haben nämlich auch seine Eltern sowie seine Schwester ein gültiges Los für den Erwerb eines Bauplatzes In Kirchbergen. Die Sitzung am 16. September endete deshalb mit dem Auszug der ÖVP, da deren Klubsprecher Martin Stöckl in seiner Rede von skandalösem Verhalten sprach.

Rechtfertigen konnte sich Gube in dieser Sitzung nicht mehr – sie war beendet. Gemeinderat Hackl holte in der jüngsten Sitzung dann zum Konter aus: „Das Weglaufen vor einer politischen Debatte sollte in Wolkersdorf nie wieder passieren“, sagt er in Richtung ÖVP. Auch er sieht eine Schlammschlacht der ÖVP gegen Roland Gubes Familie.

Dass Gube selbst die Möglichkeit zum Erwerb eines Bauplatzes hat, sei nichts mehr als Glück. Einige vor Gube gereihte Losgewinner sind von ihrem Kaufrecht zurückgetreten, so kam der Gemeinderat zu seinem Grundstück.

Gemeinderat Erwin Mayer (WUI) hält das Losverfahren für eine transparente Methode der Bauplatz-Vergabe und hofft, dass es öfter angewendet wird. Bürgermeister Dominic Litzka (Team) stellte in der Sitzung fest, dass nun beide Seiten gehört wurden, „eine in der letzten Sitzung, eine in dieser“.

Offen bleibt die Frage, ob die Anschuldigung des unmoralischen Verhaltens auch dann im Raum stünde, wenn Bauland in Wolkersdorf nicht Mangelware wäre.