Leistbares Wohnen: Kommunal statt privat. Unter neuer Führung wurde ein Beschluss für den kommunalen Wohnbau gefällt.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 06. Juni 2019 (04:44)
NÖN
Wie sorgt man für leistbares Wohnen? ÖVP und Regenbogenkoalition hatten im Gemeinderat unterschiedliche Ansätze zum Thema. Letztere setzt auf gemeindeeigenen Wohnbau.

Im Wahlkampf war es ein Thema, dass alle beschäftigte: das leistbare Wohnen. Dabei standen zwei verschiedene Herangehensweisen gegenüber: Gemeindewohnungen, wie etwa von der Bürgerliste MIT:uns gefordert, und finanzielle Förderungen für Mieter, wie von der ÖVP gefordert. In der Gemeinderatssitzung letzte Woche wurde nun ein Grundsatzbeschluss zu dem heiklen Thema gefällt. Die Regenbogenkoalition (Team Wolkersdorf, MIT:uns, WUI, SPÖ) hat damit die Weichen für gemeindeeigenen Wohnbau gestellt.

Von der ÖVP in Opposition erntete der Antrag Kritik: Clubobmann Martin Stöckl kritisierte, dass die Regenbogenkoalition mit der Erstellung des Kassa-sturzes vorgebe, bei den Finanzen genau hinzuschauen, bei deren Antrag für leistbares Wohnen aber keine Kosten genannt werden. „Mit einem Gebäude kann das Wohnproblem nicht gelöst werden“, sagt Stöckl.

Die ÖVP brachte daher einen Gegenantrag ein, sie fordert ein Unterstützungsmodell für Mieter zwischen 18 und 30 Jahren – drei Euro Zuschuss pro Quadratmeter und Monat. Gemeinderat Kurt Hackl (Team Wolkersdorf) kritisierte, dass der Gegenantrag für ihn nicht abstimmungsfähig ist, da er nicht ausreichend Zahlen enthalte. Andererseits betonte Bürgermeister Dominic Litzka (Team Wolkersdorf), dass ein Anführen von Projektkosten für den Hauptantrag einschränkend wirken würde. Die Details möchte man in den Ausschüssen gemeinsam erarbeiten.

ÖVP-Stadtrat Josef Siebenhandl hält wenig vom Vorgehen der Regenbogenkoalition: „Vorher die Zahlen auf den Tisch, war immer euer Credo.“ Er wollte, statt einen Grundsatzbeschluss zu fällen, erst in den Ausschüssen diskutieren. Andrea Stöger-Wastell (ÖVP) argumentierte zudem, dass die Gemeinde mit dem Modell der ÖVP deutlich mehr Mieter erreichen könne. Sie spricht von 100 bis 150 Mietern bis zum nächsten Jahr. Außerdem habe man mit den Förderungen die Finanzen besser im Griff, da die Zuschüsse gedeckelt sind.

Für den kommunalen Wohnbau machte sich dann Barabara Rader (WUI) stark: Wenn nur finanzielle Förderungen angeboten werden, würden sich die Mietpreise erhöhen, da Vermieter die Preise erhöhen. Gemeindewohnungen hätten dagegen den umgekehrten Effekt. Die Mietpreise in Wolkersdorf liegen laut Rader bei 10 bis 14 Euro pro Quadratmeter.