NÖN-Sommergespräch: Mut zur Entscheidung. Wolkersdorfs Gemeindeoberhaupt erklärt, warum die Opposition oft abblitzt: Ewiges Diskutieren führe nicht weiter, Politiker müssten eine Position beziehen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 30. August 2018 (04:54)
Christoph Szeker
Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) fasst im NÖN-Gespräch die neuesten Entwicklungen zur Volksschule und zum Veranstaltungssaal zusammen.

Im NÖN-Gespräch gibt Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) einen Überblick über laufende Projekte und einen Zukunftsausblick.

NÖN: Wie gestaltet sich der Um- und Zubau der Volksschule, sind Sie mit dem Fortschritt zufrieden?

Anna Steindl: Wir liegen absolut in der Zeit und die Bauarbeiten laufen sehr gut. Zudem gab es keine Beschwerden von Bewohnern in der Umgebung. Derzeit befinden wir uns in der Vorbereitung für den ersten Schultag. Schule, Polizei, Baufirma und Gemeinde erstellen einen Folder mit Informationen für die Eltern und am 6. September wird ein Infopoint zur Verfügung stehen, um Fragen zu beantworten. Mit Schulstart wird dann der Neubau der Nachmittagsbetreuung und der Klassenräume erfolgen, die Sanierung der Schlossparkhalle hat bereits begonnen.

Ein weiteres wichtiges Projekt neben der Volksschule ist der geplante Veranstaltungssaal. Derzeit wird die Machbarkeitsstudie durchgeführt. Liegen erste Ergebnisse vor?

Steindl: Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden am 28. August im entsprechenden Ausschuss diskutiert und mit allen Gemeinderäten besprochen. Ich werde außerdem dem Gemeinderat vorschlagen, eine Volksbefragung über den endgültigen Standort durchzuführen.

Welche Ziele, die in Ihrer Amtszeit erreicht wurden, sind Ihnen besonders wichtig?

Steindl: Mir ist die Entwicklung Wolkersdorfs hinsichtlich der Raumordnung sehr wichtig. Die Gemeinde wächst jährlich rund ein Prozent und das soll auch so bleiben. Wir haben aber auch viel im sozialen und ökologischen Bereich erreicht und vor allem vieles rechtzeitig in die Wege geleitet. Was neue Konzepte in der Kinderbetreuung betrifft, so waren wir oft die Ersten im Bezirk. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Wir haben den Wolkersdorfer Sozialmarkt und das Wolki Mobil eingeführt.

Was fehlt Wolkersdorf zur Zeit noch?

Steindl: Im Bereich leistbares Wohnen für Junge und Jungfamilien besteht noch Aufholbedarf. Dazu gibt es aber bereits konkrete Vorschläge. Auch das Problem der fehlenden Parkplätze brennt uns unter den Nägeln. Aus dem Stadterneuerungsprozess ist bereits ein weiteres Konzept für die Innenstadt entstanden und es wird hier auch einen Projektkoordinator unter dem Motto „Vitalisierung Stadtkern Wolkersdorf“ geben.

Aus der Opposition kommt oft der Vorwurf, dass Sie keinen der Oppositionsvorschläge zulassen. Was ist Ihre Meinung dazu?

Steindl: Mein Stil ist, die Bevölkerung, Mandatare und Experten einzubinden. Aber wenn dieser Schritt abgeschlossen ist, braucht es Mut und Kraft zur Entscheidung. Ein Zitat Gorbatschows passt hier gut: „Das Leben verlangt mutige Entscheidungen. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

In den Gemeinderatssitzungen kommt es oft zu Konfrontationen. Ist es Ihnen ein Anliegen, mehr gemeinsame Politik zu betreiben?

Steindl: In meiner ersten Legislaturperiode sind wir konstruktiv zu Entscheidungen gekommen. Das ist jetzt leider nicht mehr oft möglich. Ich habe mich aber nicht geändert und denke, wir sollten alle zusammenarbeiten, denn es wird von uns erwartet.

Was erwarten Sie sich von der nächsten Gemeinderatswahl und was sagen Sie zu den Gerüchten einer ÖVP-Aufspaltung?

Steindl: Ich bin seit neun Jahren Bürgermeisterin und es macht mir immer noch Spaß. Daher werde ich mich auch wieder der Wahl stellen. Gerüchte sind immer Werkzeuge der Opposition. Meine Aufgabe wird es sein, das Einende vor das Trennende zu stellen.