Wolkersdorf im Weinviertel

Erstellt am 29. November 2017, 05:01

von Mariya Yatsentyuk

Schadstoffe in Gym-Containern entdeckt. Aufmerksame Mutter drängte zur Untersuchung. Nach zwei Monaten liegen die Ergebnisse der Schadstoffmessung im Gymnasium vor. Terpene und Aldehyde festgestellt.

Im Gymnasium Wolkersdorf wurden Aldehyde und Terpene in der Luft entdeckt. Dank Astrid Mittermaier, die den chemischen Geruch bemerkte, wurde eine Untersuchung vorgenommen.  |  zVg

Neben der Volksschule sorgt nun auch das Gymnasium für reichlich Aufregung in Wolkersdorf. In den Containern, in denen die Kinder seit Schulbeginn unterrichtet werden, wurden Schadstoffe in der Luft entdeckt. Eine aufmerksame Mutter bemerkte den chemischen Geruch und schlug Alarm.

„Bei einem Elternsprechtag in der zweiten Schulwoche ist mir ein chemischer Geruch im Zubau aufgefallen“, erzählt Gesundheitspsychologin Astrid Mittermaier. Sie selbst hat zwei Kinder und hat sich nach ihrer Entdeckung beim Direktor der Schule, Gerhard Schwaigerlehner, für eine Innenraum-Schadstoffmessung ausgesprochen. Jene Messung wurde von Schwaigerlehner auch beantragt und konnte rasch durchgeführt werden. Die Ergebnisse liegen allerdings erst jetzt, zwei Monate später, vor.

„Viele Eltern kennen nun endlich den Grund, warum es ihren Kindern so schlecht ging.“ Astrid Mittermaier, Gesundheitspsychologin und Mutter betroffener Kinder

„Ich kann es nicht verstehen, warum solch eine wichtige Auswertung so lange dauern konnte“, ärgert sich Mittermaier. Schließlich sind zahlreiche Kinder davon betroffen. Durch die Bestätigung des Verdachts, dass es sich um Schadstoffe in der Luft handelt, verstehen viele Eltern nun, warum ihre Kinder in den letzten Wochen vermehrt an Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen sowie Übelkeit litten. „Die Eltern, die ich darauf angesprochen habe, kennen nun endlich den Grund, warum es ihren Kindern in den letzten Wochen so schlecht ging“, erklärt Mittermaier.

Informationsabend für Eltern

Doch eine offizielle Aufklärung erfolgte noch nicht. Die Ergebnisse der Untersuchung durften nämlich noch nicht veröffentlicht werden. Auch Direktor Schwaigerlehner wollte sich im Gespräch mit der NÖN nicht zu dem Thema äußern. „Ich möchte derzeit nichts zu dem Thema sagen, da es bald den Informationsabend für die Eltern geben wird und dort dann alle Details besprochen werden.“

Er bestätigt jedoch, dass die Untersuchung beim ersten Verdacht auf Schadstoffe sofort durchgeführt wurde. Auch der zuständige Landesschulinspektor, Wolfgang Schüpany, wollte sich zu diesem Thema der NÖN gegenüber nicht äußern. „Aufgrund des Zustands wurde eine Dringlichkeitssitzung im Landesschulrat einberufen, um das weitere Vorgehen zu ermitteln“, erklärte Fritz Lengauer, stellvertretend für den Landesschulrat.

Terpene und Aldehyde in der Luft

Derzeit steht fest, dass Terpene und Aldehyde in der Luft gemessen werden konnten. Diese sorgen für Kopfweh und Konzentrationsprobleme.

Um dem entgegenzuwirken, wird jede Stunde für fünf Minuten gelüftet. Das passiert jedoch erst seit einigen Tagen. Da es immer kälter wird, sieht die Elternschaft diese Maßnahme weder als hilfreich noch zumutbar an. „Draußen ist es bereits eisig kalt. Die Kinder sitzen dann mit Decken und der Winterjacke im Klassenzimmer. Das ist kein Zustand“, ärgert sich Astrid Mittermaier.