Schweinbarther Kreuz: Land soll Kurs ändern. Die Initiative „Regionalbahn statt Bus“ lud Bürgermeister zum Treffen ein. Diese zeigen sich wohlwollend gegenüber den Bahn-Plänen, aber das Land sagt nichts.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 06. November 2019 (05:05)
Gabriele Rath-Schneider undGerhard Mayer wollen von denBürgermeistern der Schweinbarther- Kreuz-Gemeinden Unterstützung für die Bahn.
E. Mauritsch

In Bad Pirawarth ist die Endstation für die Züge der Linie Schweinbarther Kreuz. Die Trasse, welche von hier einst weiter nach Gaweinstal geführt hat, ist im Ort bereits zum Radweg umgebaut worden. Ein ähnliches Schicksal soll für die noch bestehende Strecke verhindert werden, daher trafen sich Bürgermeister und Gemeinderäte der am Schweinbarther Kreuz liegenden Ortschaften auf Einladung der Initiative „Regionalbahn statt Bus“ in der Dependance (Bad Pirawarth).

Die Initiative rund um Gerhard Mayer und Gabriele Rath-Schneider setzt sich für den Erhalt der Bahnlinie ein und ließ zuletzt mit großen Neuigkeiten aufhorchen. Denn die Suche nach einem alternativen Betreiber für die Bahnlinie war erfolgreich: Die Graz-Köflacher Bahn möchte sie weiter betreiben und auch ein zweiter Betreiber hat Interesse bekundet.

„Die GKB hat grundsätzliches Interesse an einem möglichen Erhalt des Verkehrs auf der Regionalbahn Schweinbarther Kreuz bekundet und erste interne Überlegungen zu einer möglichen Umsetzung dieses Projektes angestellt“, verkündet PR-Leiter Ernst Suppan von der GKB.

Mayer: Sind uns einig, dass alle Bahn wollen

Bevor es zu Detailplanungen kommt, müssen jedoch erst die Rahmenbedingungen abgesteckt werden. Mayer will daher die Bürgermeister hinter der Bahn vereinen. Bei dem Treffen in der Dependance sei dies großteils gelungen: „Wir konnten uns einigen, dass alle für eine Weiterführung der Bahn sind“, sagt Mayer. Bockfließ Bürgermeister Josef Summer (ÖVP) ist jedoch wichtig, dass Investitionen in die Strecke getätigt werden, um sie attraktiver zu machen, sollte es zu einer Weiterführung kommen.

In einem nächsten Schritt möchte Mayer im Namen von „Regionalbahn statt Bus“ einen Brief an Verkehrslandesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) schicken. Darin sollen die Bürgermeister ihren Wunsch nach Weiterführung der Bahn kundtun. Zudem soll eine Nachdenkpause erbeten werden, um Konzepte zu erarbeiten. Fest steht jedoch: Erhält die GKB für den Bahnbetrieb vom Land NÖ einen Auftrag, muss ebendieses auch finanzielle Mittel dafür zur Verfügung stellen.

Eine Anfrage an das Büro Schleritzko, ob eine solche Kursänderung wahrscheinlich ist, blieb bisher jedoch unbeantwortet. Das Thema Schweinbarther Kreuz beschäftigt allerdings sogar den Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka: Ein Mitarbeiter aus dessen Büro hat der Initiative „Regionalbahn statt Bus“ angeboten, ihr Anliegen an den Landesrat weiterzuleiten. Eine Unterstützung für den Erhalt von Nebenbahnen, wie von Mayer angenommen, wurde vonseiten Sobotkas jedoch nicht zugesichert.

Der VOR ist wenig erfreut über die Pläne der Bürgerinitiative: Pressesprecherin Christina Bachmaier bedauert, dass das Busangebot auf Widerstand stößt und mit viel Energie schlechtgeredet werde.

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