Ulli Hager wechselt zum NÖ-Wein. Weinviertel-DAC-Geschäftsführerin Ulli Hager verlässt nach 15 Jahren Dachmarke.

Von Michael Pfabigan. Erstellt am 02. Februar 2021 (18:09)
Ulrike Hager war 15 Jahre Geschäftsführerin des Weinviertel DAC. Jetzt wechselt sie zu einer neuen Dachorganisation für den NÖ Wein.
zVg

Seit es den Weinviertel DAC gibt, war Uli Hager Geschäftsführerin des Weinviertel DAC. Jetzt verlässt sie den Weinviertler Imagebotschafter.

NÖN: Wie schwer fällt es, das Projekt, das Sie mit aufgebaut haben, zu verlassen?

Ulrike Hager: Nach 15 spannenden Jahren fällt der Abschied nicht leicht und ist mit etwas Wehmut verbunden. Ich durfte Weinviertel DAC von (fast) Beginn an begleiten, unterstützen und auch meine Ideen einbringen, um das Weinviertel zu einem bedeutenden Weinbaugebiet in Österreich zu machen.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des Weinviertel DAC?

Hager : Grundstein des Erfolgs sind die Weinviertler Winzer und die Fokussierung auf Grünen Veltliner. Nur wenn die Weingüter hinter der Idee stehen, diese Idee mittragen und tatkräftig unterstützen, kann man erfolgreich sein. Ohne ihren Einsatz, ihr stetiges Qualitätsstreben und ihren Stolz auf die Region und die Herkunft Weinviertel, das mit jeder Flasche Weinviertel DAC ausgedrückt wird, wäre das Weinviertel nicht dort, wo es jetzt steht, nämlich an vorderster Reihe mit den anderen Spitzen-Weinbaugebieten in Österreich. Zweiter wichtiger Punkt ist eine klare, gut verständliche Botschaft: Bei Weinviertel DAC weiss man immer, was man bekommt: pfeffrig-würzigen Grünen Veltliner aus dem Weinviertel und das Gefühl, mit einem Schluck eine kleine Reise durch die herrlichen Weingärten und Kellergassen des Weinviertels zu unternehmen – Weinviertler Gaumenkino eben.

Was hat es für den Weinviertler Wein bewirkt, wir groß war der Qualitätssprung nach oben?

Hager : Es gab auch vor der Einführung von Weinviertel DAC qualitativ hochwertige Weine im Weinviertel. Das Problem war, dass es niemand wusste. Viele Winzer waren sich dessen früher nicht so bewusst und es gab wenig bis gar keine Werbung dafür. Zusätzlich war die Verwirrung beim Konsumenten sehr groß, das Angebot war unüberschaubar – ein riesiger Bauchladen an Rebsorten, Qualitätsstufen und Stilistiken. Jeder hatte alles und von allem ein bisschen. Das hat sich dann rasch mit Weinviertel DAC verändert.

Wie soll sich der Weinviertel DAC weiter entwickeln?

Hager : Weinviertel DAC soll noch stärker in der Wahrnehmung der Konsumenten gefestigt und der Absatz weiter gesteigert werden. Jede verkaufte Flasche Weinviertel DAC ist ein Botschafter für das gesamte Weinviertel. Davon profitieren auch viele andere Branchen. Denn wenn der Wein sehr bekannt ist, will der genuss- und weinorientierte Mensch das Gebiet, wo der Wein wächst, auch besuchen. Das ist gut für den Tourismus, die Gastronomie und Hotellerie sowie für die regionalen Produzenten – eigentlich für alle.

Und ich wünsche mir, dass Weinviertel DAC ein Synonym für Grünen Veltliner aus Österreich wird. Wenn ein Konsument oder auch die Weinexperten – vor allem international – über Grünen Veltliner aus Österreich nachdenkt, muss er sofort an Weinviertel DAC denken. In diese Richtung haben wir zwar schon sehr viel erreicht, dennoch ist hier noch Luft nach oben.

Was werden Sie jetzt machen?

Hager : Bis März rühre ich noch die Werbetrommel für das Weinviertel. Danach baue ich als Geschäftsführerin die neue Dachorganisation Wein Niederösterreich (Arbeitstitel) für alle acht Weinbaugebiete in NÖ auf.