Veranstaltungssaal: Kritik an Standort-Auswahl. Vier Standorte stehen nicht mehr zur Wahl. Die Opposition kritisiert, dass dadurch Synergien unter den Tisch fallen.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 20. September 2018 (04:00)
zVg, Szeker
Michael Gadinger (MIT:uns) sieht Parkplätze im Zentrum als großen Vorteil beim Standort Pfarrzentrum. Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) favorisiert einen ebenerdigen Bau mit vielen Parkplätzen.

Am 21. Oktober stimmen die Wolkersdorfer Bürger über den Standort des künftigen Veranstaltungssaals ab. Zur Auswahl stehen zwei Standorte, welche im Gemeinderat von ÖVP und SPÖ per Beschluss für die Abstimmung ausgewählt wurden. Weitere vier potenzielle Standorte werden von der Gemeinderegierung als ungeeignet betrachtet.

Was wären die Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte?

Für die Grundstücke in der Withalmstraße (beim Kindergarten) und in der Kaiser Josef Straße (Kirchenwiese) zählt Bürgermeisterin Anna Steindl drei große Vorteile auf: Sie sind leicht zu bebauen, im Eigentum der Gemeinde und haben eine gute Verkehrsanbindung. Das sei besonders wichtig, da man bei Besichtigungen anderer Säle wiederholt dazu angehalten wurde, einen ebenerdigen Bau mit vielen Parkplätzen zu errichten.

Die beiden Grundstücke bieten dafür genug Platz: Die Kirchenwiese misst 4.500 Quadratmeter und der Grund in der Withalmstraße 4.800. Über diese beiden Grundstücke werden die Wolkersdorfer abstimmen können.

Opposition: Zu wenige Kriterien beachtet

Abgesehen von diesen Überlegungen, wird von der Opposition kritisiert, dass neben den Kriterien „Bebaubarkeit“ und „Verkehrsanbindung“ auch die Zentrumsbelebung, Synergien und die Anrainersituation bei der Standortentscheidung für einen Stadtsaal berücksichtigt werden sollten. Michael Gadinger (MIT:uns) stellte dazu eine Tabelle zusammen, welche er in der vergangenen Gemeinderatssitzung präsentierte: Danach würden die Standorte Schinkelehaus und Pfarrzentrum vor allem bei der Zentrumsbelebung und den Synergien punkten.

Eine dieser Synergien wäre etwa, dass Parkplätze auch für das Zentrum zur Verfügung stünden. Diese müssten vermutlich aber in einer Tiefgarage errichtet werden. „Das würde für das Zentrum enorm viel bringen“, so Gadinger. Leicht und schnell zu bebauen sind die Standorte aber nicht. Und eine Tiefgarage ist zudem teuer.

Der Standort Schloss wäre reizvoll, überzeugt laut Gadinger aber in keinem der bewerteten Punkte. Von niemandem als geeignet wird der Standort „Fertingerhalle“ betrachtet: Er liegt am Rand des Siedlungsgebietes. Einziger Vorteil dieses Standorts: Anrainer würden dort durch etwaige Veranstaltungen und durch den erzeugten Verkehr keine belästigt.