Winzer zu Weinjahr: „Wir hatten dieses Jahr Glück“. Trotz einigen sehr trockenen Wochen war die Niederschlagsverteilung für die Winzer gut, auch der Hagel hat wenig Schaden verursacht. Dennoch ist kein Jahr wie das andere.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 01. Dezember 2019 (06:09)
Der Wolkersdorfer Winzer hatten dieses Jahr Glück mit dem Wetter, die Trauben sind gutgereift.
Szeker

Die Stadtgemeinde trägt den Wein bereits in ihrem Beinamen „im Weinviertel“ und ebenso fest verwurzelt ist der Rebsaft hier: Die Wolkersdorfer Winzer bewirtschaften nämlich 170 Hektar Rebfläche. Diese Zahl hat sich seit den 1950er-Jahren nicht verändert, auch wenn die Winzer weniger geworden sind.

Jedes Jahr im Herbst präsentieren sie ihre Jungweine. „Der Weinherbst ist in Wolkersdorf bereits Tradition geworden“, berichtet Christian Pleil, Obmann des Weinbauvereines Wolkersdorf. Die Veranstaltungsserie werde auch sehr gut angenommen. Ein Highlight im Weinherbst ist natürlich das feierliche Aufstellen des Hüterbaumes am 1. September.

Winzer Pleil ist mit seinem Betrieb ein Teil davon. Er bewirtschaftet in Wolkersdorf 18 Hektar Rebfläche. Mit der diesjährigen Saison ist er zufrieden: „Der Jahrgang 2019 zeichnet sich dadurch aus, dass wir viel Glück hatten“, sagt er und spricht damit das Wetter an. Denn auch wenn es im April und Juni einige sehr trockene Phasen gab, für den Weinbau war die Niederschlagsverteilung gut. Auch der Hagel habe zum Glück nur geringe Schäden hinterlassen.

Mit dem Hüterbaumaufstellen fängt in der Stadtgemeinde der Weinherbst an. Er ist bereits Tradition.
zVg

Die Trauben haben so einen guten Reifeverlauf erreicht. Wenn sie zu schnell reifen, steigt zwar der Zuckergehalt an, die Säure sinkt dafür aber ab. Für Weine wie den Grünen Veltliner ist das ein Problem, weil ihm dann das „Pfeffrige“ fehlt.

Eine Herausforderung ist für die Wolkersdorfer Winzer aber nicht nur das Wetter. Der Strukturwandel in der Stadt Wolkersdorf war besonders einschneidend: Gemischte Betriebe gibt es laut Pleil im Grunde keine mehr, die verbliebenen Winzer betreiben ihr Geschäft im Haupterwerb.

In der Vergangenheit sah das noch anders aus: Pleil erinnert sich, dass es alleine in der Wolkersdorfer Stadt einst 30 Buschenschankbetriebe gab. Heute sind noch drei geblieben, der Markt ist umkämpft. „Kein Jahr ist wie das andere“, sagt Pleil zu den Herausforderungen für die Winzer.