WMA setzt bei Lehrlingen auf „triale Ausbildung“. Um Fachkräftemangel entgegenzuwirken, werden in der Weinviertler Mechatronik Akademie Lehrlinge nahe an den Betrieben ausgebildet. Das System bewährt sich.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 02. Juni 2019 (04:32)
Christoph Szeker
Stefan Gratzl (Abteilungsleiter Wirtschaftskammer NÖ) und Dieter Körbisser (WMA-Geschäftsführer) erklärten die Problematik des Fachkräftemangels und wie man in der Weinviertel Mechatronik Akademie damit umgeht.

Firmen suchen für offene Stellen mit Qualifikation in 50 Prozent der Fälle Absolventen einer Lehre. Nicht immer werden sie fündig, das Problem ist unter dem Begriff Fachkräftemangel gut bekannt. Besonders stark mangelt es an Fachkräften in Dienstleistungs- und Verkaufsberufen, sowie in Technik- und Handwerksberufen.

Diese Feststellungen sind schlagende Argumente für die Weinviertler Mechatronik Akademie (WMA), wo Lehrlinge ausgebildet werden. Dieter Körbisser (WMA-Geschäftsführer) gab bei einer Infoveranstaltung daher einen Überblick über die WMA. Stefan Gratzl (Abteilungsleiter Wirtschaftskammer NÖ) unterstützte ihn dabei mit dem entsprechenden Zahlenmaterial.

„Wir müssen uns von den üblichen überbetrieblichen Lehrwerkstätten abheben.“Dieter Körbisser, WMA-Geschäftsführer

Die Lehrwerkstätte besteht seit nunmehr vier Jahren und fußt auf der Idee „wir müssen etwas für die Lehrlinge tun und wir müssen es selbst tun“. Derzeit sind am Standort drei Ausbildner tätig, welche insgesamt 38 Lehrlinge ausbilden. Die Lehrlinge werden der WMA durch AMS und bfi vermittelt. Zwischenbetrieblich werden auch Lehrlinge der Partnerfirmen ausgebildet.

So weit so gut, doch „wir müssen uns von den üblichen überbetrieblichen Lehrwerkstätten abheben“, sagt Körbisser. Vor Ort durchlaufen die Lehrlinge daher eine „triale Ausbildung“. Das bedeutet: Zehn Wochen Berufsschule, das ist die Theorie. Dann Praxis in den Werkstätten und den Labors, wobei auch reale Aufträge der Partnerfirmen umgesetzt werden. Zusätzlich arbeiten die Lehrlinge aber auch noch für 40 Wochen in Betrieben.

Für die Partnerfirmen bewährt sich das Modell, denn sie können offene Stellen schneller mit Fachkräften besetzen und wissen zudem, dass diese richtig für ihren Betrieb ausgebildet sind. Denn: „Entscheidend ist, dass Betriebe passende Lehrlinge finden“, weiß Körbisser. Dass dies mittlerweile nicht nur in Österreich schwer ist, unterstreicht und Gratzl: „Auch in der Slowakei, Tschechien und Ungarn ist der Fachkräftemangel mittlerweile problematisch.“