Weinviertler Hobbyhistoriker sammelt Artikel. Fritz Thalhammer besitzt Zeitungsartikel aus der Region ab dem Jahr 1792.

Von Susanne Bauer. Erstellt am 05. April 2020 (05:43)
Fritz Thalhammer zeigt stolz seine gesammelten Werke: einen Ordner mit alten Zeitungsartikeln und ein Liederbuch mit Liedern aus Zwingendorf.
Susanne Bauer

Fritz Thalhammer, ein Hobby-Dorfhistoriker aus Leidenschaft, wie er sich selbst bezeichnet, sammelt seit vielen Jahren alte Fotos und Zeitungsartikel aus seiner Heimat, dem Raum Wulzeshofen und Umgebung.

Die Artikel hat er in einem Ordner gesammelt, und Anfang des Jahres widmete er sich nun auch dem Ort Zwingendorf. Auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek fand er unzählige Einträge zum Suchbegriff „Zwingendorf“. Diese ordnete er chronologisch, wandelte sie in eine lesbare Schrift um und sammelte sie in einem eigenen Ordner.

Von Seuchen & Kriegen bis zu politischen Intrigen

Weit über 530 Artikel aus verschiedenen Zeitungen wie dem Znaimer Tagblatt, dem kleinen Volksblatt, aber auch einer österreichischen Zeitung, angefangen im Jahre 1792 bis zum Mai 1958, befinden sich in dem bunten Ordner. Die jüngeren Beiträge werden von der Nationalbibliothek erst nach und nach freigegeben, Thalhammer wird sie dann ergänzen.

Die Artikel handeln von Seuchen, Kriegen, Morden, Einbrüchen, Diebstählen, Unfällen, Jubiläen, Festlichkeiten, aber auch politischen Intrigen. „Bei dieser Arbeit wurde auch so manches G’schichtl, welches im Dorf erzählt wird, bestätigt. So fand ich einen Bericht über einen Brand in der Spiritusfabrik Jungbunzlauer, wo anno dazumal 3.000 Hektoliter Spiritus gebrannt haben“, erzählt er.

Eine Geschichte hat ihn besonders fasziniert: „Das Volksblatt berichtet, dass im Jahr 1938 für die Zwingendorfer Kirche eine Adolf-Hitler- Glocke gegossen wurde. Aber, ob die jemals nach Zwingendorf gekommen ist, habe ich noch nicht herausgefunden.“

Die beiden gesammelten Werke hat Thalhammer vorerst nur für sich selber zusammengestellt – interessierte Personen können sich aber gerne bei ihm melden, dann würde er diese auch herborgen, und vielleicht erscheinen seine Sammlungen auch einmal in Buchform.