Geschichte der FF Laxenburg genau recherchiert. Die Freiwillige Feuerwehr Laxenburg hat mit ihrer neuen Chronik etwas Bleibendes für Generationen geschaffen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 11. September 2020 (04:30)
Laxenburgs Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, Emanuel Vermeer, kann zurecht stolz auf die 240-Seiten starke Feuerwehrchronik sein.
Jandrinitsch

Die ursprüngliche Idee, das 150-Jahr-Jubiläum der FF Laxenburg gebührend zu feiern, war „ein Sommerball im modernen Gewand“, erzählt Kommandant Emanuel Vermeer. Doch dieser wurde Corona-bedingt ebenso verworfen wie die Abhaltung der Florianifeier oder des Feuerwehrfestes.

Doch der Wunsch, „etwas Bleibendes, Nachhaltiges“ auch für zukünftige Generationen zu schaffen, keimte schon vor zwei Jahren das erste Mal auf. Also bündelte die Freiwillige Feuerwehr ihre Kräfte, bildete ein entsprechendes „Chronik-Team“ und begann mit der aufwendigen Forschungsarbeit.

Vermeer betont: „Wir sind weder Historiker noch Journalisten, was wir aber sehr wohl gemacht haben, ist diese typische Quellenforschung. Bei der Überprüfung der Echtheit der Quellen wurde großer Wert darauf gelegt, dass mindestens zwei unabhängige Quellen voneinander vorhanden sind, um in den Grundzügen dem Anspruch von empirischen Verfahren gerecht zu werden.“

Das war nicht immer einfach, gerade die Zeit vom Beginn bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges gestaltete sich für die Informationsbeschaffung als sehr schwierig.

Obwohl die Feuerwehr einen Aufruf in der Laxenburger Bevölkerung startete, um vor allem zu Fotos zu kommen, auf denen ehemalige Mitglieder der Wehr abgebildet sind, war es nicht leicht, die Personen darauf zu identifizieren. Das gilt besonders für die Zeit von 1938 bis 1945. „Nach dem Krieg wurde, wie es im deutschsprachigen Raum üblich war, nicht gerne über diese Zeit gesprochen. Uns war es aber wichtig, auch die Einsatzgeschichte dieser Jahre aufzuarbeiten. Auch hinsichtlich von Kameraden, die möglicherweise aufgrund ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit oder ihrer sexuellen Orientierung in Lager gebracht und ermordet wurden“, sagt Vermeer.

Was es weiters zu beachten galt: Der Bezirk Mödling wurde 1938 Wien, oder besser gesagt Groß-Wien, wie es damals hieß, zugerechnet und eingemeindet. Eine Zwangsehe, die erst 1954 wieder beendet wurde.

Alle Archive zur Recherche angezapft

Sehr geholfen hat bei diesem Teil der Recherche zur NS-Zeit daher das Stöbern in den Archiven der Wiener Berufsfeuerwehr, zu der die FF Laxenburg bis in die 1950er Jahre gehörte. Einsätze in der NS-Zeit ergaben sich vor allem dadurch, dass sich auf dem Gelände des heutigen IZ-NÖ Süd die Rüstungsbetriebe der Ostmark-Werke befunden hatten. Amerikanische Bomberverbände, die etwa bei Nebel ihr Ziel verfehlten und zivile Einrichtungen trafen, waren der Grund für viele Ausrückungen der FF Laxenburg. „Das trifft sich auch mit den Berichten, die wir im Internet auf den Seiten von amerikanischen Veteranenverbänden gefunden und mit den Einsatzdaten jener Zeit verglichen haben“, bestätigt Vermeer.

Die Chronik nimmt aber auch Bezug auf die Hochwassersituation in Laxenburg, analysiert die Entwicklung der Uniformen, hält die Namen der Kommandanten fest und gibt auch einen Ausblick auf kommende Vorhaben der FF Laxenburg.

Im Mittelpunkt dabei steht der Zubau zum Feuerwehrhaus, der entsprechende Grundsatzbeschluss samt Ankauf des entsprechenden Grundstücks wurden bereits getätigt. Doch Vermeer weiß auch: „Bis zum Jahresende wollen wir in Kooperation mit der Gemeinde und dem Architekten mit der Planung fertig sein. Umgesetzt wird dieses Vorhaben aber erst, wenn der Bildungscampus tatsächlich errichtet worden ist.“

Die Chronik ist auf dem Gemeindeamt erhältlich.