Vom Wienerberg in die Welt hinaus. Alois Miesbach legte 1819 mit kleinen Ziegeleien im Süden Wiens den Grundstein für ein Imperium.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 21. April 2019 (04:02)
Mike Bucher mit zwei Ziegeln, die klar gebrandet sind mit den Emblems ihrer Erzeuger: links aus der Zeit von Anton Paschinger, rechts der Wienerberger-Adler.
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Alois Miesbach schaffte es vor 200 Jahren, im Süden Wiens am Wienerberg die Ziegelherstellung auf industrielle Beine zu stellen und neue, effiziente Techniken einzuführen. Dafür kaufte er sogar ein deutsches Patent, das ihn dazu befähigte, Ziegel in Ringöfen zu brennen, was ein gleichmäßigeres Ergebnis brachte.

Sein Erbe und Neffe Heinrich Drasche übernahm nach dem Tod von Miesbach 1857 dessen Ziegelfirma am Wienerberg, baute diese zum Marktführer in Österreich-Ungarn aus und entwickelte sie zur heutigen Wienerberger AG weiter. Zum Ziegel- und Kohletransport benutzte er den Wiener Neustädter Kanal. Mike Bucher, Chef der Wienerberger Ziegelindustrie, ist sich der Geschichte bewusst. „Die Ziegelei in Hennersdorf wurde erst 1870 erworben, aber es ist für uns ein ganz besonderer Produktionsstandort. Hier gibt es den besten Lehm und das in einer Menge, die uns Versorgungssicherheit für die nächsten 100 Jahre garantiert.“

Und noch ein Ereignis lässt Bucher nicht unerwähnt: Eigentlich feiern wir zwei Jubiläen. Vor 150 Jahren ging Wienerberger erstmals an die Börse und ist bis heute geblieben, das konnten auch die beiden Weltkriege nicht ändern.“ Gründe genug, dass am 27. April diese Jubiläen mit einem Tag der offenen Tür gefeiert werden. Bucher freut sich: „Wir haben ein tolles Programm, das sich sehen lassen kann. Außerdem wird an dem Tag auch die Radroute ‚Der Weg der Ziegelbarone’ eröffnet. Wir hoffen, dass viele Radausflügler bei uns Station machen werden.“

Es geht wieder zurück auf den Wienerberg

Doch das Rad der Zeit dreht sich weiter und auch Wienerberger stehen Veränderungen ins Haus. „Gerade wird am Wienerberg auf den ehemaligen CocaCola-Gründen ‚The brick’ gebaut, unsere zukünftige Konzernzentrale. Auch die 40 Verwaltungsangestellten von Hennersdorf übersiedeln in die Triester Straße.“ Bucher versichert: „Die Produktion bleibt an diesem Standort, auch das Labor, eines der besten, die wir in Österreich haben.“ In Hennersdorf werden jährlich rund 90 Millionen Wandziegel produziert.