Mödling als Zentrum für Tiergesundheit

Erstellt am 23. September 2022 | 05:42
Lesezeit: 3 Min
Die Gesundheit für Mensch, Tier & Pflanze steht für die Expertinnen und Experten im Mittelpunkt.
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Von der Rinderseuche (BSE) bis zur Vogelgrippe: Seit 20 Jahren sind die Experten des AGES-Standortes Mödling internationale Ansprechpartner für Fragen der Tiergesundheit und Tierseuchendiagnostik.

„Hier leisten hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sinne der Konsumenten, aber auch der Tiere herausragende Arbeit“, lobte Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, im Rahmen des Festakts am Gelände des Instituts für veterinärmedizinische Untersuchungen in der Robert Koch-Gasse. „Wir sind stolz, eine so international anerkannte Tiergesundheitseinrichtung zu haben, wo Forschung auf höchstem Niveau betrieben wird.“

Der fachliche Schwerpunkt in Mödling liegt in der Diagnostik von Tierseuchenerregern sowie bei Infektionen, die von Tieren auf Menschen übertragen werden können (Tollwut, Brucellose, Tuberkulose, BSE), aber auch durch Zecken oder Gelsen übertragbare Krankheiten (West-Nil-Virus, FSME), betonte AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger.

Das Unmögliche möglich machen

Viele Herausforderungen seien „nicht eindimensional, sondern nur fächerübergreifend zu lösen. Die Kolleginnen und Kollegen machen sehr oft das Unmögliche möglich“. Ein neues Zoonose-Labor am Mödlinger AGES-Areal soll helfen, „weitere Antworten auf Fragen zur Abwehr von Gefahren geben zu können“.

Noch eines sei den AGES-Experten zu verdanken, merkte Kickinger an: „Österreichs Status als ‚frei von‘ ist wichtig für ein Exportland. Der hohe Gesundheitsstatus österreichischer Betriebe sichert den Export gesunder Tiere und tierischer Produkte und ist somit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.“ Denn dank „modernster Analytik und Risikoüberwachungsexpertise können Tierseuchen rasch eingedämmt werden“, ergänzte AGES-Geschäftsführer Anton Reinl. Er strich den „One Health“-Ansatz der AGES hervor – also die gesamtheitliche Betrachtung von Risiken für die Gesundheit von Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt: „In der Corona-Pandemie zeigte sich der Nutzen der Gründung der AGES für die Bewältigung von Krisen. Labor-Spezialisten aus der Veterinär- und Humanmedizin arbeiteten Hand in Hand, um die Methoden zu etablieren und die Gesundheitsbehörden auch bei steigenden Infektionszahlen mit raschen und qualitätsgesicherten Laborergebnissen zu unterstützen.“

International anerkanntes Institut

Für Institutsleiter Friedrich Schmoll ist die Veterinärmedizin in Mödling heute „eine international anerkannte Ansprechpartnerin für Fragen der Tiergesundheit und Tierseuchendiagnostik auf modernstem Wissenstand“. Ein Beispiel: Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen führten bei Tollwut zum Rückgang bei Fällen im Wildtier- und Heimtierbereich. Seit 2008 wird Österreich als „frei von“ Tollwut anerkannt: „Unser Ziel ist es, den Status der Tiergesundheit in Österreich zu verbessern“, sagte Schmoll. Das Einschleppen von Tierkrankheiten lasse sich zwar nicht gänzlich verhindern, durch „engmaschige Überwachungsprogramme und etablierte Zusammenarbeit mit Veterinär- und Gesundheitsbehörden können Ausbrüche erfolgreich bekämpft werden“.

Christina Riedl, Leiterin der Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle der NÖ-Landesregierung, hat im Rahmen ihrer Ausbildung „in Mödling seziert“. Sie machte deutlich, dass „die Expertisen der AGES die Grundlage für Entscheidungen bilden“. Man müsse „flexibel und lernfähig bleiben“, ist Riedl überzeugt.

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