Weniger Wohnungen in Vösendorf. Areal der ehemaligen Kaffeerösterei wurde an Bauträger verkauft. Gemeinde verhandelte um Bebauungsdichte.

Von Andrea Kreuter. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:59)
So sieht das fragliche Areal der ehemaligen Kaffeerösterei ALVORADA aus der Luft aus.Vösendorf
Gemeinde Vösendorf

Seit drei Jahren verhandeln SPÖ und Koalitionspartner V2000, um die Bebauungsdichte auf den ALVORADA-Gründen maßgeblich zu reduzieren. Nun ist es nach langen zähen Verhandlungen mit der Grundstückseigentümerin ROSKARF Handels GmbH und dem Land Niederösterreich gelungen, die Netto-Wohnfläche um mehr als 22.000 m² zu reduzieren, und zwar von 54.600 m² auf 32.500 m².

Baurechtsvertrag sichert Gemeinde-Ansprüche

Bürgermeisterin Andrea Stipkovits, SPÖ, berichtet: „Wir konnten auch weitere Verhandlungserfolge erzielen, die in einem Baurechtsvertrag vereinbart wurden: eine finanzielle Beteiligung seitens der Grundstückseigentümerin an Infrastruktur, die Zusage, Kinderbetreuungsplätze zu errichten, 28 öffentlich nutzbare Kfz-Stellplätze, ein E-Carsharing-Stützpunkt sowie die Rechtssicherheit durch den Baurechtsvertrag.“

Der Standort der ehemaligen Kaffeerösterei ist seit den 1970er-Jahren als Baulandkerngebiet gewidmet. Das spielte zunächst keine Rolle, als aber geschäftliche Schwierigkeiten ALVORADA in den Konkurs brachten, reagierte Vösendorf 2016 und verhängte über das Gebiet eine Bausperre. Seither wurden zahlreiche Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt.

Unsere dringende Forderung nach einem Verkehrskonzept wurde jedoch nicht berücksichtigt“, Alexandra Wolfschütz, Grüne

Dennoch. ÖVP, Grüne und FPÖ stimmten auch gegen den Baurechtsvertrag. ÖVP-Vorstand Hannes Koza meint dazu: „In der Vereinbarung findet sich kein einziger Punkt, der die Interessen der Vösendorfer Bevölkerung vor die Interessen des Bauträgers stellt, weshalb wir der Vereinbarung als Dokumentation der Versäumnisse der aktuellen Gemeinderegierung nicht zustimmen.“ Grünen-Gemeinderätin Alexandra Wolfschütz ergänzte: „Wir hätten uns ein Vorzeigeprojekt gewünscht. Versehen mit einem guten Mobilitätskonzept und gleichzeitigem Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Unsere dringende Forderung nach einem Verkehrskonzept wurde jedoch nicht berücksichtigt.“

Komplett anders sieht das hingegen ein Sprecher des Grundstückseigentümers, der auf NÖN-Anfrage meinte: „Letzten Endes hat die Vernunft gesiegt und nicht die Gier. Es wurde dem schöneren Projekt mit weniger Wohneinheiten der Vorzug gegeben, obwohl es laut Gesetz für uns möglich gewesen wäre, mehr Wohnungen zu errichten. Die Gemeinde hat mit uns gut verhandelt.“