Stolperfalle: Bänder im Knöchel gerissen. Versicherung verweigert Entschädigung und verweist auf Judikatur: „Beim Gehen vor die Füße schauen.“

Von Christoph Dworak. Erstellt am 28. Juli 2017 (04:25)
Wimmer
Gerlinde Illek trägt sechs Wochen eine Manschette: Bänderrisse im Knöchel.

Gerlinde Illek ist mit ihrer 4-jährigen Enkelin in der Lerchengasse unterwegs. Plötzlich kippt ihr linkes Fußgelenk weg, im Bereich einer Laterne hatte sie eine deutliche Bodenunebenheit übersehen. Illek stürzt, schürft sich das Knie auf, auch der Schuh geht kaputt.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht humpelt Illek ins Gemeindeamt und macht beim Bürgerservice deutlich, was ihr soeben passiert sei. „Meine Beschwerde wurde aufgenommen“, erklärte Illek im NÖN-Gespräch, man werde den Fall an die Versicherung weiterleiten, wurde ihr versichert.

„Ich muss aufpassen, wo ich hinsteige“,Gerline Illek gibt die Kurzfassung der Versicherung wieder.

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Die Schmerzen im Fußgelenk wurden immer ärger, Illek suchte das Landesklinikum Mödling auf, wo man Bänderrisse im Knöchel feststellte. Sechs Wochen lang muss die Mödlingerin eine Manschette tragen, jetzt beginnt die Therapie.

Die Antwort der Versicherung, in diesem Fall die „Wr. Städtische“, ließ nur wenige Tage auf sich warten – „Ich muss aufpassen, wo ich hinsteige“, gibt Illek die Kurzfassung wieder. Denn die Experten der Landesdirektion NÖ vertreten die Rechtsmeinung, man müsse „beim Gehen auch vor die Füße schauen“, um einem auftauchenden Hindernis oder einer gefährlichen Stelle ausweichen zu können, und verweisen dabei auf die zuständige Judikatur.

Was sie allerdings sehr verwundert: wenige Tage nach dem Sturz ist die unebene Fläche rund um die Laterne plötzlich markiert. „Also geht man offensichtlich davon aus, dass es hier doch Gefahrenpotenzial gibt“, ist Illek verwundert. Sie erwartet sich daher nach wie vor eine Entschädigung seitens der Gemeinde.

Martin Kreuzer, Unternehmenssprecher der „Wr. Städtischen“, macht auf NÖN-Anfrage leise Hoffnung: „Wir werden uns den Fall noch einmal genauer anschauen.“