Münchendorf: Der Kran stört den Weitblick

Anrainer sind über den Ausbau des Gewerbegebietes nicht erfreut.

Erstellt am 21. November 2021 | 05:32
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Der Kran steht im Betriebsgebiet, das Siedlungsgebiet beginnt hinter den Bäumen.
Foto: JJ

Seit dem seit rund vier Wochen der Kran auf dem neuen Betriebsgrundstück der Logistik-Firma Heavy Log in den Himmel ragt, ist vielen Anrainern in der Siedlung gegenüber der Ausblick vergangen. Bettina Welleschütz, eine der Anrainerinnen erklärt: „Bei uns in der Siedlung wurden rund 60 Unterschriften gegen den Kran gesammelt und dem Bürgermeister übergeben. Es ist ja nicht nur so, dass der Anblick kein schöner ist, es ist ja auch laut.“

Das Betriebsgrundstück im neuen Betriebsgebiet war für HeavyLog notwendig geworden, „weil der alte Betriebsgrund zu klein geworden ist“, erläutert Bürgermeister Josef Ehrenberger, SPÖ. Die Firma HeavyLog sei ein Unternehmen, das schon viele Jahre in Münchendorf ansässig sei und rund 100 Arbeitsplätze biete.

Die Aufregung in der Siedlung versteht Ehrenberger nicht. „Ich denke nicht, dass jetzt die Lkw-Fahrten ausufernd mehr werden. Die Firma HeavyLog ist ja kein Unternehmen, dass etwa Frischeprodukte stündlich transportieren muss. Da wird zu Wochenbeginn losgefahren und zum Wochenende kommen die Lkw wieder retour.“

Außerdem sei das fragliche Grundstück schon seit den 1970er Jahren als Betriebsgebiet gewidmet. Der Lärm sei auf Bauarbeiten zurückzuführen, weil zwei Firmen neben HeavyLog Betriebshallen errichten. Die Firma XL-Kranlogistik, Tochter der HeavyLog, lagert Kranteile auf dem Grundstück zum Verladen im Freien. Den Kran gab es zuvor auch schon, nur auf der anderen Seite, im „alten“ Betriebsgebiet. Im Moment läuft das Betriebsanlageverfahren. Bezirkshauptmann Philipp Enzinger erklärt zum störenden Ausblick: „In Betriebsanlagenverfahren können Fragen, ob eine Anlage ins Ortsbild passt oder die Sicht stört von Gesetzes wegen nicht geprüft werden, hier geht es ausschließlich um den Schutz der Gesundheit und vor unzumutbaren Emissionen.“