Wiener Neudorfer Paar: Abenteuerfahrt mit dem „Krassen Pferd“

Erstellt am 09. April 2022 | 05:48
Lesezeit: 3 Min
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Aufbruch ins Abenteuer: Susanne Ottendorfer und Siegfried Weinert begeben sich im Wohnmobil auf 18-monatige Amerika-Tour.
 
Foto: Foto: privat
Wiener Neudorfer Paar erfüllt sich vor Pensionsantritt einen Reisetraum: mit dem Wohnmobil durch ganz Amerika.
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Sie halten den Weltrekord für die umfangreichste Sammlung von (Modell-)Ambulanzfahrzeugen, sind tausende Kilometer in Notarzt- und Rettungsfahrzeugen unterwegs gewesen – nun wechseln sie den Kontinent und die Fahrzeugart: Notärztin Susanne Ottendorfer und Notfallsanitäter Siegfried Weinert treten mit ihrem „Krassen Pferd“ (ein Rettungskollege war Namensgeber für das Wohnmobil) eine eineinhalbjährige Reise nach Nord-, Mittel- und Südamerika an. Ein Sabbatical macht’s möglich.

Eigentlich wollte das Paar schon im Vorjahr starten, die Pandemie, die damit verbundenen Einschränkungen und der Personalmangel im Gesundheitswesen haben sie jedoch bewogen, die Reise zu verschieben.
Der Weg ins Abenteuer begann 1998 mit einem ausgeborgten Wohnmobil und einer Reise nach Dänemark. In den Jahren danach folgten unter anderem Frankreich, Norwegen, Chile, Namibia, Neuseeland, Island: „Mit jeder Reise wuchs auch die Überzeugung, solche Touren – auch außerhalb Europas – bewältigen zu können“, erklärte Ottendorfer: „Der Wunsch nach einem eigenen Wohnmobil war dann nur mehr eine Frage der Zeit“.

Seit sechs Jahren wird die Reise geplant

Vor sechs Jahren wurde das Amerika-Projekt dann konkret: Nach intensiver Suche im In- und Ausland nach einem Hersteller eines tauglichen Reisemobils konnte das „Krasse Pferd“ übernommen werden. Und es stellten sich „Kernfragen: Was nimmt man für eine 18 Monate dauernde Reise mit? Was braucht man wirklich? Vor allem vor dem Hintergrund des beschränkten Platzangebots und des Gewichtslimits“, betonte Weinert.
Ottendorfer kümmert sich um die Routenplanung – die sich oft als Herausforderung herausstellte. „Es gibt zwar Fixpunkte, zu denen wir wollen, aber eine Reiseplanung ist selbst auf Wochen umgelegt fast nicht möglich.“
Das hat schon mit dem Transport des Wohnmobils per Schiff von Hamburg nach Halifax/Kanada mit einer mehrtägigen Verspätung begonnen. „Flexibilität ist also einer der Schlüsselfaktoren für ein derartiges Vorhaben. Und davon haben wir aufgrund unserer 40-jährigen Erfahrung im Rettungsdienst und unserer internationalen Tätigkeit doch reichlich“, sind beide überzeugt.

Die geplante Route: von Halifax über Neuengland zu den Großen Seen, den Mississippi entlang in den Süden der USA und über Mexiko nach Mittelamerika. Von dort weiter nach Südamerika bis in den Süden nach Feuerland und „hoffentlich in die Antarktis“. Retour geht’s auf der Westseite bis Alaska und quer durch Kanada zurück nach Halifax.

Das Haus bleibt nicht unbewohnt

Das Haus in Wiener Neudorf bleibt derweil nicht verwaist: „Für die Zeit der Abwesenheit zieht ein Freund bei uns ein und kümmert sich um Haus, Garten und Katzen. Das Haus solange unbewohnt zu lassen, wäre für uns nicht infrage gekommen.“ Das Abenteuer startet Mitte April mit dem Flug nach Montreal und der Fahrt nach Halifax, wo das „Krasse Pferd“ erklommen wird.

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