Eine Baulücke in Hinterbrühl stößt auf Abneigung. „Die Brühl verliert schön langsam ihren Charme“, wettert unter anderem ein besorgter Bürger.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 02. April 2021 (05:59)
Das Haus ist abgerissen, das Grundstück beim Beethoven-Park wird bereits baufrei gemacht.
Schätzle, Schätzle

Mit Bedauern beobachteten Bürgerinnen und Bürger den Abriss des Hauses, das gegenüber der Volksschule neben dem Beethovenpark stand. Sie beklagen den Verlust eines Teils des „alten Ortbildes“, einer architektonischen Besonderheit, die den Reiz des Ortes ausmacht. In den Sozialen Medien liest man Kommentare wie „Wieder Verlust historischer Bausubstanz“, „Oje, die nächsten Reihenhäuser“, „Das nächste Mehrparteienhaus in Form eines viereckigen Betonklotzes“, „Die Brühl verliert schön langsam ihren Charme“ oder „Die Verhüttelung nimmt scheinbar kein Ende“.

Und immer wieder taucht auch die an die Gemeinde gerichtete Forderung auf, dem Einhalt zu gebieten. Ortschef Erich Moser, ÖVP, betont einmal mehr, dass Hinterbrühl „wahrscheinlich die strengsten Bebauungsvorschriften des Bezirks habe. Nirgendwo anders gibt es Dichten mit 20 Prozent, manchmal nur 10 Prozent, nirgendwo gibt es so niedere Bauklassen.“

Zudem habe es in den letzten Jahren fast keine Umwidmungen größeren Stils gegeben wie in anderen Orten. Es gebe eben geltende Bebauungsbestimmungen, alles andere sei „ein Eingriff in das Eigentumsrecht: Wir sind eh schon so restriktiv, wer entscheidet, was schön ist und was nicht. Wir wollen ja auch keine Geschmackspolizei“, erklärte Moser.

Oft gebe es auch das Problem, dass das Nachbargrundstück bebaut werde, und dies nicht auf Gegenliebe stoße. „Ich bin rechtlich gebunden“, argumentiert der Bürgermeister, „man kann nicht den Ort in Geiselhaft nehmen“.