Auto "made in Brunn" entdeckt. Für Robert Krickl aus Brunn am Gebirge gilt: "Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation sind mir Beruf und Berufung. Die Faszination unserer Welt allen - von Kindergartenkindern bis zu PensionistInnen - einfach und anschaulich zu vermitteln, sind mein Herzensanliegen und erklärte Lebensaufgabe."

Von Christoph Dworak. Erstellt am 05. August 2021 (10:47)
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Dass das erste Großflugzeug - made in Austria - aus Brunn am Gebirge stammt, hat Robert Krickl bereits dokumentiert.
Krickl

Und "Wissenschaft zahlt sich aus – wie dieses aktuelle Beispiel verdeutlicht", jubelt Heimatforscher Robert Krickl, der sich schon seit einem Jahrzehnt mit der ersten Flugzeugfabrik der Republik Österreich, welche in den 1920er-Jahren in Brunn am Gebirge stand, beschäftigt. Ein umfangreiches Buch zu diesem Thema hat er bereits veröffentlicht und forscht laufend weiter, um immer mehr über dieses vergessene Kapitel der Technikgeschichte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 

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Robert Krickl mit dem sensationellen Scheunenfund, einem 1924 in Brunn am Gebirge erbauten Fahrzeug.
Krickl

Im Zuge der fortlaufenden Recherchen hatte er nun in einer alten Scheune bei Innsbruck einen wahren „Indiana Jones-Moment: Unter Staub und Spinnweben habe ich ein Auto aus dem Jahr 1924 entdeckt, das in der Brunner Fabrik – die neben Flugzeugen auch Wagen herstellte – gebaut worden ist".

Das sei für Krickl der „Heilige Gral“ – das einzig erhaltene Exemplar des ältesten Serienmodells aus Brunn, dem "Avis Typ 2/3": Die Produktionszahlen seien damals sehr gering gewesen, weiß Krickl, "aus dieser Zeit sind praktisch nur Edelkarossen und fast keine der einfachen Wagen für die breite Masse erhalten, zu denen der hier vorliegende zählt. Der Materialwert ist nicht hoch – aber der wissenschaftliche Wert und jener für Heimatkunde und Volksbildung unermesslich".

Fest entschlossen hat der Wissenschafter und Forscher das Auto gekauft, um dieses Stück heimischer Mobilitätsgeschichte aus seinem Dornröschenschlaf zu holen und wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In einem großen Forschungsprojekt soll es nun eingehend naturwissenschaftlich untersucht, rigoros dokumentiert, konserviert und restauriert werden, bevor es der Allgemeinheit präsentiert werden kann, zumal "Erzeugnisse aus Österreich immer wieder dazu beigetragen haben, die Technik voran zu bringen". 

Wie es mit dem Restaurierungsprojekt weitergehen wird und wie man es unterstützen kann, will Krickl via Homepage bekanntgeben.

www.krickl-research.at