Suche nach Wasser in Guntramsdorf. Um ein weiteres Absinken der Pegelstände am Ozean und Windradlteich zu verhindern, werden Zuflüsse gesucht und freigelegt.

Von Andrea Rogy. Erstellt am 14. Mai 2021 (03:23)
Jugendgemeinderat Paul Gangoly und Infrastrukturgemeinderat Manfred Biegler unterstützen die Suche nach Zuflüssen am Windradlteich. Um die Qualität der Badeteiche zu erhalten sollen die Wasserpegel langfristig abgesichert werden.
Gemeinde, Gemeinde

Die Wasserstände der Lehm- und Schotterteiche im Ort sinken aufgrund der geringen Niederschlagsmengen. Um die Qualität des Badewassers in den Naherholungsgebieten Ozean und Windradl teich abzusichern, sucht die Gemeinde nach natürlichen Zuläufen oder versiegten Quellen.

Der für Gewässer zuständige Gemeinderat Manfred Biegler, SPÖ, beobachtet die Wasserzu- und Abflüsse im Ortsgebiet seit Jahren sehr genau: „Früher gab es viele Gerinne, die vom Eichkogel hinunter direkt an der Oberfläche in den Windradl teich geflossen sind. Vor Jahrzehnten haben Bewohner diese Wasserläufe gemeinsam mit Fischern in Rohre gefasst und Kanäle verlegt.“

Die genaue Lage dieser Leitungen war bislang nirgendwo aufgezeichnet, weshalb sich die Suche nach möglichen Zuflüssen anfangs schwierig gestaltete. „Wir haben nach Schlitzen in den Uferböschungen gesucht und sind mit mobilen Kameras in die Leitungen gefahren“, erzählt Biegler. So zeigte sich, dass die Rohre teilweise durch eingewachsene Wurzeln verlegt waren. „Die Mitarbeiter unserer Kläranlage haben die Verstopfungen mit weggefräst, damit das Wasser wieder in den Teich rinnen kann“, erklärt Biegler. Zwei kleine Zuflüsse vom Eichkogel konnten auf diese Weise bereits neu gefasst werden, bei Grabarbeiten am westlichen Ufer wurden drei weitere Kanalleitungen gefunden, von denen jedoch nur eine geringfügig wasserführend war.

Einige der alten Gerinne sind beim Anlegen von Weingärten entfernt worden, diese will Biegler finden um weiteres Wasser für den Teich zu erschließen: „Im Umkreis von rund 60 Metern haben wir die Wege des zufließenden Wassers bereits dokumentiert. Da wo sich ein Schacht verzweigt, suchen wir weiter nach unbekannten Rohren und Zuflüssen.“

Für Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, hat die Sicherung der Wasserstände in den beiden Naherholungsgebieten oberste Priorität: „Wir wollen für die Zukunft gewährleisten, dass unsere Teiche nicht eintrocknen und die Wasserqualität langfristig absichern und verbessern.“

Um das gesamte, teils unterirdische Fließsystem der Teiche im Ortsgebiet unter die Lupe zu nehmen, hat die Gemeinde bei einem Zivilingenieur eine Systemstudie zu den Wasserläufen in Auftrag gegeben.