Eröffnung: Züge halten jetzt in Hochlage. Hell, modern, freundlich: Die Gestaltung ist gelungen. Kleiner Wermutstropfen: Es gibt kein WC.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 29. November 2018 (04:19)
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Landesrat Ludwig Schleritzko, Bürgermeister Ferdinand Hausenberger, ÖBB-Infrastrukturvorstand Franz Bauer,Lehrerin Waltraud Dungl sowie die Hennersdorfer Kinder der Volksschule Achau-Hennersdorf.

Die Eröffnung des neuen Hennersdorfer Bahnhofs, der sich optisch an der Architektur der Wienerberger Ziegelwerke orientiert, wurde gebührend gefeiert.

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Eva Weber erklärte gegenüber der NÖN: „Ich habe eine Tante in Australien. Wenn ich sie besuche, kann ich irgendwo in der Wildnis stehen bleiben, es findet sich aber ein WC“.

Dazu trugen wesentlich die Schulkinder der Volksschule Achau-Hennersdorf bei, die mit ihrer Gesangsdarbietung die Festgäste, allen voran Landesrat Ludwig Schleritzko, VP, und ÖBB-Infrastrukturvorstand Franz Bauer mit auf eine musikalische Zugfahrt nahmen. Der Landesrat betonte, dass es längst überfällig gewesen wäre, den zweigleisigen Ausbau der Pottendorfer Linie in Angriff zu nehmen. Immerhin sei die Strecke zwischen Wiener Neustadt und Wien völlig ausgelastet, es bedürfe Maßnahmen, um noch mehr Pendler davon zu überzeugen, auf die Bahn umzusteigen.

Bürgermeister Ferdinand Hausenberger, ÖVP, verwies in seiner Rede auf einen seiner Vorfahren, der Bahnwärter hier in Hennersdorf gewesen sei. Immerhin wurde der Bahnhof 1874 errichtet.

Vorstoß für die „Kernzone 100“

Diese Anekdote sorgte zwar für ein Schmunzeln, doch dann wurde der Ortschef wieder ernst: „Wir sind nicht weit von Wien entfernt, gerade deshalb würde es uns freuen, wenn wir in die Kernzone 100 mit aufgenommen werden würden.“ Dafür erntete der Bürgermeister große Zustimmung aus dem Publikum.

Weniger große Zustimmung gab es von einigen wenigen dazu, dass im Bahnhofsgebäude keine Toilettenanlage errichtet wurde. ÖBB-Infrastrukturvorstand Franz Bauer begründet die WC-Absenz mit der zu geringen Anzahl an Wartenden. Aber: „Jeder Zug ist aber mit einer Toilette ausgestattet.“ Hausenberger hatte einen Tipp parat: „Jeder Bahngast kann gerne die WC-Anlage beim Friedhof nutzen; die ist nur 100 Meter entfernt.“

Die Kinder hatten sich auch künstlerisch betätigt. Ihre Zeichnungen wurden auf einer Wand vor dem Aufgang zu den Bahnsteigen mithilfe eines speziellen Printverfahrens verewigt.