Achau: Ruf nach Maßnahmen wird lauter

Erstellt am 22. Mai 2022 | 05:29
Lesezeit: 3 Min
Bürgermeister Johannes Würstl, Bürgerliste, will Lösung nach drei schweren Unfällen.
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Für Ortschef Johannes Würstl ist klar: „Die Tunnelunterführung der B11 unter der Pottendorfer Linie ist ein ständiger Gefahrenherd. In letzter Zeit gab es mehrere schwere Verkehrsunfälle mit Personenschäden, immer mit dem ähnlichen Muster.“

Und das sieht folgendermaßen aus: Das aus Richtung Biedermannsdorf kommende Fahrzeug kommt in der Unterführung auf die Gegenfahrbahn und kollidiert mit dem von Achau kommenden, „in der Regel ist auch überhöhte Geschwindigkeit im Spiel“, weiß Würstl. Drei schwere Unfälle nach diesem Muster sind Würstl in besonderer Erinnerung geblieben. Der erste ereignete sich im Juli des Vorjahres. Hier kollidierte ein Kleinbus mit einem SUV. Den nächsten Crash gab’s im Februar. Ein Pkw und ein Klein-Lkw stießen zusammen, dabei wurde einer Person der Arm abgetrennt.

Der jüngste Unfall ereignete sich Ende März, zwei Kleinbusse kollidierten, der Unfall hatte fünf Leicht- bis Schwerverletzte zur Folge, neun Hunde befanden sich in einem der Fahrzeuge. Dazwischen gab es mehrere Zusammenstöße mit Blechschaden. „Ich habe bei der Polizeiinspektion Laxenburg unmittelbar nach dem letzten Ereignis eine Überprüfung der Verkehrssituation durch die zuständige Behörde angefordert. Diese Verkehrsverhandlung hat bereits am 28. April stattgefunden. Dabei wurde erhebliches Gefahrenpotenzial erkannt.“

Fuß- und Radfahrerquerung verschärft Situation

Für gefährlich hält der Ortschef auch die Situierung des bestehenden Übergangs für Rad- und Fußgänger. „Der Autofahrer aus Fahrtrichtung Biedermannsdorf kommt aus dem Tunnel raus, fährt die Kurve und nimmt viel zu spät wahr, dass es hier eine Möglichkeit gibt, dass Fußgänger oder Radfahrer die Straße überqueren.“

Im Rahmen der Verkehrsverhandlung wurden mit den Verantwortlichen mögliche Verbesserung besprochen. „Wir haben einen Katalog erstellt, in dem wir Verbesserungswünsche, abgestimmt zwischen Gemeinde und Polizei, der Bezirksbehörde übergeben haben“, führt Würstl aus.

Bezirkshauptmann Philipp Enzinger erklärt zu der Sache: „In der Verkehrsverhandlung in Achau bezüglich der Unfallhäufung in der Bahnunterführung der Pottendorfer Linie wurde festgestellt, dass es sich hier tatsächlich um einen Unfallhäufungspunkt handelt. Jedoch liegt nach der Häufigkeit und Art der Unfälle – so waren etwa ein Führerscheinneuling mit einem PS-starken Pkw sowie ein Fluchtfahrzeug in die Unfälle involviert – weshalb keine Gefahr in Verzug vorliegt. Deshalb wird die Gesamtsituation von uns umfassend geprüft und in Richtung eines abgestimmten Maßnahmenpaketes gearbeitet, um die Situation zu entschärfen.“

Umfassende Beurteilung wird vorgenommen

Möglich ist neben einer weiteren Geschwindigkeitsbeschränkung im Nahbereich der Unterführung auch die Verlegung der Fußgänger- und Radfahrerquerung, wie Enzinger erläutert: „Dazu wurden Planunterlagen angefordert und eine Zählung beauftragt. Abschließend wird eine umfassende Beurteilung der Gesamtsituation durchgeführt werden.“

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