Erstellt am 10. April 2013, 00:00

Bass ist verstummt. Todesfall / Der Mödling Helmut Pichler, viele Jahre bei Wolfgang Ambros für die tiefen Töne zuständig, ist am Samstag verstorben.

Ein Bild aus Tagen, in denen die Welt noch in Ordnung war. Helmut Pichler bei einer „Watzmann“-Aufführung. Willy Kraus  |  NOEN

MÖDLING / Die Nachricht traf niemand überraschend, denn die „letzten Jahre waren für Hömerl, wie ihn seine Freunde nannten, alles andere als Honiglecken“, erinnert sich Willy Kraus. Er war einer dieser Freunde, die von klein auf bei Helmut in der Theresiengasse ein und aus gingen, einer, der mitlitt, wenn er Hömerl in letzter Zeit besuchte.

Mehr als 35 Jahre zupfte der Mödlinger auf der Bühne seinen Fender-Bass und leistete damit einen wesentlichen Beitrag zu den großen Erfolgen von Wolfgang Ambros. Geschätzt und geachtet von seinen Bandmitgliedern, war Hömerl stets der Mann für alle Fälle, wenn einmal etwas nicht funktionierte.

Seine „Goldenen Hände“ waren sich nie zu gut, um in die Werkzeugkiste zu greifen und das Problem zu beheben.

Trotz seines Bekanntheitsgrades war Hömerl stets auf dem Boden geblieben und keineswegs abgehoben.

Frei nach dem Ambros Lied „Ohne jede Warnung“ schlug Mitte 2006 während der Produktion der CD „Steh grod“, das Schicksal erbarmungslos zu: „Die Ärzte hatten ein angeborenes lebensbedrohendes Aneurysma im Gehirn diagnostiziert, das eine sofortige Operation nötig machte.

Eine anschließende längere Reha, bei der Kraus „gerne den Chauffeur“ für seinen Freund spielte, sollten Pichler wieder fit das Rampenlicht machen.

Leider keine Chance: Mehrere Schlaganfälle machten Helmut schlussendlich zu einem Pflegefall, der bis zuletzt von seiner Gattin Erni liebvoll gepflegt wurde.

Helmut Pichler wird am 18. April um 13 Uhr am Mödlinger Friedhof beerdigt