A2: 149.000 Fahrzeuge. Aktuelle Zahlen / Die aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) belegt. Im 1. Halbjahr ist auf NÖs Autobahnen der Verkehr gestiegen, Nr. 1 ist die A2 bei Wiener Neudorf.

Von Christoph Dworak und Marco Kleb. Erstellt am 30. Juli 2014 (07:23)
Dworak
Acht Fahrstreifen auf der Hauptfahrbahn, mehrere stark frequentierte Abfahrten (Mödling, Wiener Neudorf, Industriezentrum NÖ-Süd), kein Wunder, dass die Südautobahn im Bereich Wiener Neudorf mit 149.000 Fahrzeugen täglich die Nummer 1 an Verkehrserregern in Niederösterreich ist.
Mit täglich 149.000 Fahrzeugen (+2,2 Prozent) ist der A2-Abschnitt bei Wiener Neudorf die am stärksten befahrene Autobahn Niederösterreichs, bundesweit nur geschlagen von der Wiener Südost-Tangente, wo bei St. Marx an Spitzentagen knapp 200.000 Fahrzeuge unterwegs sind.

Auf den Plätzen folgen mit Respektabstand die A4 bei Schwechat (89.000) und die A21 im Bereich Brunn am Gebirge (79.000 – plus 4,3 Prozent). Zum Vergleich: Auf der Westautobahn bei Altlengbach zählt man „nur“ 64.000 Fahrzeuge.

Wiener Neudorfs Vizebürgermeister Josef Tutschek, SPÖ, fordert angesichts der aktuellen Zahlen: „Wir benötigen unbedingt eine dauerhafte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 km/h. Nur so ist eine wirksame Lärm- und Feinstaubreduzierung möglich. Der Zeitverlust für Autofahrer würde zudem höchstens 30 Sekunden betragen.“ Hoffnung macht ihm das zweimonatige Experiment einer Tempo 80-Zone auf der Westautobahn im Salzburger Stadtgebiet, wo eine deutliche Verringerung von Lärm- und Schadstoffbelastung zu verzeichnen war.

Forderung erneuert: Einhausung der A21

Die 4,3-prozentige Verkehrszunahme auf der A21 ruft einmal mehr die Bürgermeister der Anrainer-Gemeinden auf den Plan – die Forderung nach einer Einhausung wird einmal mehr erneuert. Brunns Ortschef Andreas Linhart, SPÖ, hält die Lärmschutzmaßnahme durchaus für möglich: „Die Aufteilung in mehrere Abschnitte erleichtert das Vorgehen auch finanziell“.

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, Perchtoldsdorf, berichtet von einem gemeinsamen Termin mit den Bürgerinitiativen-Vertretern, Asfinag und Ministerium. Ebendort habe man nicht das Gewünschte gehört. „Die Asfinag sagt, sie würde sofort bauen, das Ministerium hat aber absolut kein Geld dafür.“ Und es werde in den nächsten Jahren auch keines für eine Einhausung geben.

Mit der Bahn viel Geld sparen

Vor allem bei den Bürgerinitiativen rumore es entsprechend, merkt Schuster an. Überlegungen nach einer Demo werden immer lauter, um auf die Situation entlang der A21 hinzuweisen. Andreas Fromm, Abteilungsleiter der Asfinag: „Wir stehen mit den Gemeinden in Kontakt, sie sind über unsere Pläne informiert. Eine Einhausung zählt jedoch nicht dazu.“ Es seien zudem bereits wirkungsvolle Maßnahmen wie verbesserte Lärmschutzwände getroffen worden.

Markus Gansterer vom Verkehrsclub Österreich kann sich nur eines vorstellen, um die Fahrzeugflut und die damit einhergehenden Belastungen zu drosseln. Der Umstieg auf Öffis: „Wer als Pendler die Möglichkeit hat, mit der Bahn zur Arbeit zu fahren, spart zudem sehr viel Geld.“