Baugrund bleibt oft ein Traum. Nicht nur die Preise sind oft unerschwinglich, auf Bauplätze werden in naher Zukunft immer mehr zur Rarität.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:38)
Baugrund NÖ
OGM

Eine aktuelle ÖGM-Analyse – „Wie viele Quadratmeter Baugrund sind mit einem Jahresgehalt leistbar?“ (Grundstückspreise in Relation zum Einkommen) – bringt nichts Überraschendes ans Tageslicht: der Bezirk Mödling ist und bleibt für Häuselbauer ein teures Pflaster. Auch, was Bauland betrifft, stellt sich die Situation extrem schwierig dar.

Guntramsdorfs Bürgermeister Robert Weber, SPÖ, weiß, dass die Preise für Bauland im Wohngebiet „zuletzt enorm gestiegen sind: In guten Lagen wird der Quadratmeter bereits um über 800 Euro angeboten“. Wenn es um möglichen weiteren Zuzug geht, dann nur noch so viel, „was der Ort und die Infrastruktur vertragen: Hier spielt das Thema Verkehr eine Rolle, es geht aber auch um die Kapazitäten der Kläranlage und unsere pädagogischen Einrichtungen. Guntramsdorf hat derzeit knapp 11.000 Einwohner inklusive der Zweitwohnsitze. Wir gehen davon aus, dass bei der Infrastruktur noch eine 10-prozentige Reserve gegeben ist.“

Die Gründe für den teuren Baugrund sieht Weber vor allem in der guten Infrastruktur: „Unser pädagogisches Angebot reicht von der Krabbelstube bis zur Matura.“ Auch die Heurigen und Natur vor der Haustüre würden zum Genießen, Wandern und Baden in einem der Teiche einladen und damit Nachfrage und Preis von Bauland erhöhen. Zwar gibt es in Guntramsdorf noch Baulandreserven, nur wenige davon stünden aber in Gemeindebesitz.

Bausperren sollen Dimensionen regeln

Bei Land, das in Privatbesitz ist, müsse man mit Bedacht vorgehen um die Infrastruktur der Gemeinde nicht zu überfordern: „Die Bausperre im Ortskern soll den mehrgeschoßigen Wohnbau in diesem sensiblen Bereich neu regeln. Einerseits geht es natürlich um den innerörtlichen Verkehr, den jedes Wohnbauprojekt mit sich bringt und andererseits auch um das Ortsbild und den Charakter des Ortes.“ Innerhalb der Bausperre will Weber die Parameter für diesen Bereich neu überdenken und regeln lassen.

Ebenfalls sehr begehrt sind Grundstücke in Hinterbrühl. Bürgermeister Erich Moser, ÖVP, kennt die Gründe dafür: „Die Lage im Grünen und die Nähe zu Wien. Mit den Zweitwohnsitzern haben wir derzeit 4.900 Einwohner. Wir haben noch Baugründe, die erschlossen werden könnten, auch die Infrastruktur für eine Erweiterung wäre vorhanden. De facto ist aber die Bevölkerungszahl von einst rund 5.000 auch etwas gesunken. Jeder Ort hat einige Bausperren respektive Schutzzonen, auch wir, damit wir Dinge adäquat anpassen können.“ Bauzwang – also eine Frist, innerhalb derer mit dem Bau begonnen werden muss – habe man in Hinterbrühl nicht.

Brunn am Gebirge berät über Zukunft

In Brunn am Gebirge muss man aktuell mit 600 bis 1.000 Euro pro Quadratmeter rechnen. „Da tut sich ein Normalverdiener schon schwer“, ist Bürgermeister Andreas Linhart, SPÖ, überzeugt. Die Gemeinde verfüge über keine Bauland-Reserven, die Bausperre im Bauland Kerngebiet laufe Ende des Jahres aus. Die Marktgemeinde zählt knapp 12.000 Einwohner. „Die vor etlichen Jahren aufgrund der damals bestehenden Infrastruktur errechnete Maximal-Zahl von 16.000 Einwohnern wird gerade evaluiert“, betont der Bürgermeister.

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?