Corona-Impfung wird zu großem Theater. Wo normalerweise gespielt und musiziert wird, bitten Rotes Kreuz und Niederösterreich zur Corona-Schutzimpfung.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:33)
Diese Impfberechtigte aus Maria Lanzendorf, Bezirk Bruck, hat die Impfung gut hinter sich gebracht.
Jandrinitsch

In Pandemiezeiten ist alles anderes. Über das glatte Parkett des Schlosstheaters in Laxenburg bewegen sich nicht die Besucher von kulturellen Ereignissen, sondern hier beginnt die Impfstraße, die das Rote Kreuz im Auftrag des Landes als Impfzentrum für den Bezirk Mödling eingerichtet hat.

Kerstin Geitzenauer, Rettungssanitäterin der Rot-Kreuz-Bezirksstelle Brunn am Gebirge, hat die Leitung inne: „Wir haben auch einen Ordnerdienst und freiwillige Helferinnen und Helfer, die uns unterstützen.“

Der Ordnerdienst beginnt schon beim Parken, alle, die eine Impfberechtigung vorweisen können, dürfen auf den Parkplatz 1 zufahren, der befindet sich hinter der Kassa beim Haupteingang des Schlossparks.

Dann begibt man sich zum Schlosstheater, kurz vor dem Eingang geht es im Zick-zack-Kurs zum Conference Center weiter. Mitglieder der FF Laxenburg übernehmen die Begrüßung und weisen auf das Händedesinfizieren hin.

Auch wird nachgefragt, ob denn der Aufklärungsbogen schon ausgefüllt sei. Begleitpersonen dürfen dann mitkommen, wenn die Person, die geimpft werden soll, körperlich oder geistig dazu alleine nicht mehr in der Lage ist.

Nur Berechtigte kommen dran

Geitzenauer weist aber darauf hin: „Geimpft wird nur, wer eine Impfberechtigung vorweisen kann. Bei nicht impfberechtigten Begleitpersonen ist das nicht möglich, darauf weisen wir auch immer wieder hin. Es gibt aber eine Vormerkliste. Das alles erfolgt ausschließlich über www.impfung.at.“ Zudem bittet die Impfkoordinatorin, dass „die Zeitfenster eingehalten werden. Nur so lässt sich das Impfprozedere ohne Wartezeiten abwickeln“.

Gerade bei der Anmeldung helfen Freiwillige mit, Helferin Anoosheh aus Perchtoldsdorf erzählt: „Ich habe Kerstin Geitzen auer bei der Teststraße in Perchtoldsdorf kennengelernt. Sie hat mich gefragt, ob ich es mir nicht vorstellen könnte, hier im Impfzentrum auszuhelfen.“

Wer die Anmeldung erfolgreich hinter sich gebracht hat, kommt zum ärztlichen Aufklärungsgespräch. Auf Susanne Ottendorfer aus Wiener Neudorf, warten „keine schwierigen Fragen; die meisten Menschen wollen wissen, mit welchem Impfstoff sie geimpft werden“. Am Donnerstag wird mit Biontec-Pfizer geimpft.

Die Impfung selbst wird in einem Durchgang neben dem Theatersaal verabreicht. Der Raum wurde in die eigentliche Impfstraße verwandelt, fünf abgeteilte Impfkabinen stehen bereit. Medizinstudent Kilian Wötzinger verabreicht unter anderem die Immunisierung, danach geht’s für die Geimpften in einen Wartebereich, damit ein Notfallsanitäter gegebenenfalls bei Komplikationen einschreiten kann.

Bei der Nachbereitung sind wieder freiwillige Helfer im Einsatz. Elisabeth Kirchmayer und Waltraud Harrer von der „Brunner Tafel“ übernehmen die Dokumentation und tragen die Impfung in den Impfpass ein.

Aufbereitung erfolgt in separatem Raum

Apropos Impfstoff: Die Aufbereitung des Impfstoffs wird in einem separaten Raum neben dem Theatersaal vorgenommen. Der aus Deutschland stammende Sanitäter Robert Weißflog erläutert: „mRNA-Impfstoffe müssen gekühlt und nach dem Auftauen vorsichtig behandelt werden. Jede Dosis wird mit Natriumchlorid vermischt, die Injektionen fertig zur Verabreichung gemacht.“ Der Sanitäter empfiehlt, sich „auf jeden Fall impfen zu lassen. Ich habe in Deutschland so viele junge Menschen gesehen, die künstlich beatmet werden mussten und bei denen jede Hilfe zu spät kam. Das muss wirklich nicht sein, dafür gibt‘s ja die Impfung“. Am Donnerstag, dem Tag des NÖN-Lokalaugenscheins, wurden 150 Dosen pro Stunde verimpft.