Corona-Situation: Rückschlag durch die „Osterruhe“. Die Anzahl der „Positiven“ bleibt stabil, für Unternehmer ist der neuerliche Lockdown „sehr frustrierend“.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 31. März 2021 (04:06)
Wirtschaftskammer NÖ-Vizepräsident Erich Moser: Handel fühlt sich ungerecht behandelt.
WKNÖ, WKNÖ

Stand Montagnachmittag: Mit 459 Corona-Positiven wurden 44 infizierte Personen mehr als in der Vorwoche registriert. Darunter laut Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, SPÖ, ein Cluster mit 11 Personen in einem Möbelhaus. Dennoch hält sich die 7-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner) nach wie vor im Rahmen, wie Bezirkshauptmann Philipp Enzinger weiß: Mit 229 liegt man deutlich unter der 400er-Marke, die unweigerlich zu weiteren Beschränkungen führen würde. In Baden und Wien registriert man Werte zwischen 330 und 340.

Polizei rückt verstärkt zu Kontrollen aus

Dennoch „kein Grund, leichtfertig zu werden“, mahnt Enzinger. „Jeder Einzelne ist mehr denn je gefordert, Verantwortung zu zeigen und nichts aufs Spiel zu setzen.“ Er habe jedenfalls die Polizei angewiesen, verstärkt die Einhaltung der Covid-Maßnahmen zu kontrollieren. Vor allem ab Donnerstag, wo die „Osterruhe“ einsetzt.

„Eine Art Lebensgefühl fällt weg“

Wirtschaftskammer-Vizepräsident Erich Moser aus Hinterbrühl ist über den neuerlichen Lockdown just in einer umsatzstarken Zeit „nicht sehr erfreut. Wiewohl ich den gesundheitlichen Aspekt natürlich sehr ernst nehme. Der Handel ist im Bezirk Mödling sehr wichtig, die Unternehmer fühlen sich ungerecht behandelt. Sie machen alles, legen Konzepte vor und haben dennoch keine Chance. All das in der ohnehin schon sehr schwierigen wirtschaftlichen Situation.“

Sämtliche Corona-Begleiterscheinungen würden die Wirtschaft voll treffen: „Es gibt keine Kultur, keinen Wirt und auch das Einkaufen als eine Art Lebensgefühl fällt weg.“ Dass es nach der Osterruhe auch noch dazu Eintrittstest in Geschäfte geben soll, kann Moser aus praktischen Gründen nicht glauben. „Wiewohl die Teststraßen bei uns im Bezirk Mödling sehr gut funktionieren.“ Ob sie allerdings auch diesem Ansturm standhalten würden, wagt Moser zu bezweifeln.

Schanigarten-Gebühr könnte in Mödling fallen

Mit dem neuerlichen Lockdown schwindet auch die Hoffnung der Gastronomen, wie Mödlings Wirtschafts-Stadtrat Gert Zaunbauer, ÖVP, bei Diskussionen festgestellt hat: „Die Situation ist für alle Betriebe keine einfache, es ist mehr als frustrieren, so knapp vor einem möglichen Schanigartenbetrieb eine Lockdown-Verlängerung verdauen zu müssen.“ Natürlich überlege man seitens der Stadtgemeinde, etwa die Schanigartengebühr aufzuheben. „Das muss aber in Bezug aufs Gemeindebudget in diesen Krisenzeiten auch gut überlegt sein.“

Edda Mayer-Welley vom Mödlinger „Mautwirtshaus“ geht im Gespräch mit Wirtschafts-Stadtrat Gert Zaunbauer davon aus, dass „der Lockdown sicher in die Verlängerung geht“.
privat, privat

Für Edda Mayer vom „Mautwirtshaus“ ist es „verständlich, dass man bei diesen hohen Zahlen etwas unternehmen muss, aber dann ordentlich. Dieser 5-Tage-Lockdown bringt nichts und geht sicher in die Verlängerung gehen. Ich rechne, dass wir erst mit Anfang Mai aufsperren dürfen.“

Gernot Kujal, „Domizil“, kommt „kaum mit dem Bestellen und Absagen der Servicedienste nach. Für das Hochfahren muss ich gemäß Hygienevorschriften alle Maschinen wie Bierzapfanlagen, Kaffeemaschine und Co fachmännisch warten lassen. Außerdem wird der Möchtegern-Lockdown nichts bewirken, eher verschlimmern“.

Und Bezirkswirtesprecher Johannes Schmid vom „Café Kanzlei“ fühlt sich „mit Sicherheit nicht als Wut-Gastronom, aber es ist frustrierend. Ein Öffnen der Schanigärten unter Einhaltung von viel mehr Abstand zwischen den Tischen halte ich für mehr als machbar. Diese Möglichkeit gänzlich und auf unabsehbare Zeit zu streichen, halte ich für völlig falsch.“