Die tierischen Zwischenstationen. Tiere, die Pflege brauchen oder für kommende Besitzer vorbereitet werden, sind im Bezirk Mödling sehr gut aufgehoben.

Von Judith Jandrinitsch und Gaby Schätzle-Edelbauer. Erstellt am 03. Februar 2021 (04:55)
Im Landestierheim Gut Riedenhof ist man auf Pferde spezialisiert.
Gut Riedenhof

Seit 2014 ist „Gut Riedenhof“ in Achau offiziell Landestierheim. Betreiberin Evelyne Popp hat das zehn Hektar große Areal 2017 gekauft, seit damals plant sie, auf dem Grundstück ein Therapiezentrum für Tier & Mensch zu errichten. Das Projekt soll heuer umgesetzt werden.

Die Aufgaben im Landestierheim erklärt Popp so: „Wir arbeiten nur mit den Amtstierärzten zusammen, unsere Tiere wurden ihren Besitzern von den Amtstierärzten abgenommen. Deshalb kommen auch vorwiegend Groß- und Nutztiere zu uns, die wir bei uns aufpäppeln und, wenn möglich, auch weitervermitteln. Sind die Tiere schon sehr alt, dann bekommen sie bei uns das Gnadenbrot.“

40 Meerschweinchen zu Gast im „Gnadenhof“

Aktuell sind 22 Pferde, drei Esel, 15 Schafe und Ziegen, 12 Ponys, vier Gänse, sieben Katzen, acht Hasen, zwei Hunde und als absolutes Novum 40 Meerschweinchen untergebracht. „Die beschlagnahmten Meerschweinchen waren trächtig, das Ergebnis, die 40 Jungtiere, sind jetzt auch bei uns.“

Mödlings Tierschutzverein-Obfrau Rita Hodny mit Hündin Ashley und den Katern Leo und Fendi.
privat

Die aktuelle Situation beim Tierschutzverein Mödling beschreibt Obfrau Rita Hodny so: „Wir bekommen schon Spenden, weil die Leute wissen, dass wir davon abhängig sind. Uns fehlt allerdings das Geld von den Flohmärkten, drei konnten wir nicht abhalten. Zum Glück haben wir jetzt 3.000 Euro von einer staatlichen Stelle als Ausgleich erhalten.“

„Die Leute wollen nicht alleine sein“

Man sei auch kein Tierheim im herkömmlichen Sinn, sondern „private Pflegestelle. Die Nachfrage nach Tieren ist da, die Leute wollen in diesen Zeiten nicht alleine sein. Wir können auch Tiere vergeben, unter Einhaltung aller Sicherheitsmaßnahmen natürlich“, betonte Hodny. Aktuell habe man sieben Katzen zu vergeben und kümmere sich um Futterstellen für Streuner.

Beatrice Schneider, Leiterin des Tierheims Brunn, hier mit Lagotto-Welpen, die aus einem „Kofferraumverkauf“ stammten.
Johanna Hoblik

Im Tierheim Brunn am Gebirge in der Wolfholzgasse braucht man „dringend Unterstützung“, wie Leiterin Beatrice Schneider verrät. „Einerseits sind die Ehrenamtlichen derzeit völlig ausgefallen und andererseits geht die Vergabe, die eine wichtige Einnahmequelle für uns bedeutet, derzeit mehr als schleppend vor sich. Noch dazu hegen wir die Befürchtung, dass man dazu neigt, ein Tier aufzunehmen und dass nach dem Homeoffice keine Zeit mehr für das Haustier bleibt und wir die Tiere vielleicht sogar wieder zurückbekommen.“

Knapp über 50 Großtiere wie Schaf, Ziege, Schwein, Esel und Pferd werden betreut, das Tierheim Brunn am Gebirge ist für 30 Gemeinden Anlaufstelle, darunter auch Regionen im Wiener Umland.

Vergaben erfolgen „sehr vorsichtig“

„In der Corona-Krise sind wir sehr vorsichtig mit Vergaben. Gesunde, junge Tiere bis fünf Jahre werden innerhalb eines Monats vergeben, Tiere mit Handicaps bleiben uns für immer“, macht Schneider deutlich. Die aktuell vier Tierpfleger können sich nicht über Arbeit beklagen.

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