Die triste Tourismus-Bilanz des „Corona“-Sommers. Heimische Gäste haben durchaus ein wenig die Tourismus-Saison im Bezirk Mödling gerettet. Kultur-Veranstaltung sind gut angekommen, Top-Location mit sattem Minus.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 16. September 2020 (05:45)
Das Top-Ausflugsziel im Bezirk Mödling, die Burg Liechtenstein, musste ein deutliches Besucher-Minus hinnehmen.
Willy Kraus

Ein Corona-bedingt gedämpfter Sommer ist zu Ende gegangen. Für den Tourismus bedeutete der eine ganz besondere Saison mit drastischen Einbußen, aber auch neuen Erkenntnisse.

Katharina Graner, Obfrau des Tourismusboards Guntramsdorf, erzählt von einer „durchaus geglückten Saison“. Was sie von vielen Restaurant- und Heurigenbetrieben mitbekommen habe, war, dass „besonders viele Radfahrer in Guntramsdorf unterwegs waren, die dann auch eingekehrt sind“. Graner meint, dass viele Österreicher erst jetzt gemerkt haben, „wie schön unser Land ist. Wir hatten viele Touristen in der Region, weil sich dieses Jahr viele Österreicher für einen Urlaub in der Heimat entschieden haben. Hoffentlich bleiben uns die Gäste aus dieser Sommersaison auch im nächsten Jahr erhalten.“

Unter dem Motto „Mödling macht’s möglich und trotzt Corona“, wurde in Mödling versucht, einen halbwegs normalen „Sommer-Betrieb“ zu ermöglichen. Tourismus-Stadtrat Gert Zaunbauer, ÖVP, rekapituliert: „Bei uns war einiges los. Erst vor Kurzem fand die Oldtimer-Rallye mit Ziel in der Fußgängerzone statt. Wir hatten drei verschiedene Sommerkinos, welche alle bestens besucht waren, alles natürlich unter Corona-Auflagen.“ Und man habe dank der Unterstützung von Bürgermeister Hans Stefan Hintner, ÖVP, „vieles getan. Den langen Einkaufsfreitag haben wir sowohl im Juni als auch im Juli stattfinden lassen. Auch der Sommerheurige am Schrannenplatz ist ein voller Erfolg gewesen. Wir wollten und wollen unsere Heurigen nicht im Stich lassen“.

Ganz zu schweigen von den kulturellen Sommerangeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Alles unter rigorosen Sicherheitsmaßnahem. „Die Leute nehmen unser Angebot‚ Mödling als Outdoor-Wohnzimmer zu betrachten, sehr gut an“, freut sich der Stadtrat.

Mödlings Babenbergerhof-Chef Carl Breyer wiederum nutzte den Corona-Sommer für einen Komplettumbau des Lokals. „Natürlich hatte ich durch die Baustelle einen Umsatzverlust, durch den Gastgarten hat das Geschäft aber trotzdem ganz gut funktioniert. Bei meinen Kollegen und Nachbarn habe ich über den Sommer hinweg immer volle Gastgärten beobachten können.“

Was das Babenbergerhof-Hotel betrifft, „haben wir natürlich einen Verlust zum Vorjahr, es könnte aber schlimmer sein. Zu unseren internationalen Gästen zählen hauptsächlich Personen aus unseren Nachbarländern.“

Burg Liechtenstein mit deutlichen Einbußen

Die Burg Liechtenstein, gemeinsam mit dem Schlosspark Laxenburg Top-Ausflugsziel für Einheimische aber auch internationale Gäste, hat mit starken Umsatzverlusten zu kämpfen. Burgherr Leopold Fasching berichtet von einem „sehr starken Besucherunterschied. Ich kann keine genauen Besucherzahlen nennen, aber geschätzt haben wir ein Minus von 40 bis 60 Prozent.“

Bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie hat der Tourismus auf der Burg gut funktioniert. „Wir hatten ca. 65 Prozent internationale Gäste, die fallen jetzt natürlich zum Großteil weg. Die wenigen internationalen Besucher waren, nehme ich an, englischsprachige Familien aus Wien, wie etwa Mitarbeiter von Botschaft oder der UNO.“

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