Erfolgreiche Initiative: „Wär’ doch schad’ drum“. Die Stadt Mödling hat 2017 den Grundstein gelegt. 1,2 Tonnen Lebensmittel landeten nicht im Müll.

Von Christoph Dworak. Erstellt am 16. Juni 2021 (05:30)
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2017 erfolgte der Startschuss für die Initiative: Bürgermeister Hans Stefan Hintner, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Stadträtin Franziska Olischer und Abfallberaterin Daniela Jordan.
Archiv Stadtgemeinde Mödling, Archiv Stadtgemeinde Mödling

Die Bezirkshauptstadt setzt seit vielen Jahren konsequent Schwerpunkte zur Abfallvermeidung. 2017 haben Stadträtin Franziska Olischer, ÖVP, das Team der Abfallwirtschaft und der „Mödlinger Saubermacher“ die Aktion „Wär’ doch schad’ drum“ ins Leben gerufen, um für den bewussten Umgang mit Lebensmitteln und gleichzeitig für die Verwendung nachhaltiger Verpackungen zu werben.

War die Portion beim Wirt zu groß, erhält der Gast ein recycelbares Behältnis für den Transport und kann den Rest des Schnitzels zu Hause genießen. Alufolie oder Styroporverpackungen haben in Mödling ausgedient.

„Waren es anfangs nur sechs Mödlinger Betriebe, die mitmachten, sind aktuell bereits 40 im Boot“, berichtet Olischer: „Große Mengen an wertvollen Lebensmitteln, die von unseren Gastronomen mit viel Aufwand und Liebe verarbeitet wurden und vom Gast nicht zur Gänze verzehrt werden konnten, wandern nun nicht mehr in die Mülltonne, sondern werden den Gästen nachhaltig verpackt mitgegeben.“

Alles in allem konnten laut einer Umfrage allein in der Stadt Mödling in den vergangenen vier Jahren rund 1,2 Tonnen essbare Lebensmittel vor dem Wegwerfen bewahrt werden. „Das sind durchschnittlich rund 30 Kilo essbare Lebensmittel je mitmachendem Betrieb“, rechnet Olischer vor.

Die nachhaltige Verpackung fand auch während des Lockdowns bei den Abholern der Take-away-Speisen großen Anklang.

Mit den nachhaltigen, umweltfreundlichen Verpackungen von „Wär doch schad drum“ wurden in der Stadt Mödling mehr als 250.000 Kunststoffverpackungen bzw. Einweg-Plastik-Geschirrteile und rund 10 Kilometer Alufolie eingespart.

Alle Bezirksgemeinden sind mit dabei

Ausgehend von der Mödlinger Abfallwirtschaft (Stadtgemeinde Mödling und Mödlinger Saubermacher) läuft die Initiative mittlerweile seit rund zwei Jahren in Kooperation mit dem Gemeindeverband für Abfallwirtschaft höchst erfolgreich im ganzen Bezirk. Während des zweijährigen Probelaufes konnten die an der Initiative teilnehmenden Gastronomen der Stadtgemeinde Mödling die Behälter und Tragetaschen kostenlos am Wirtschaftshof abholen.

Diese Wirtschaftsförderung wurde aufgrund der Covid-Krise noch bis Ende Juni verlängert. (Kosten von rund 15.000 Euro/Jahr). „Ab Juli bestellt jeder Wirt auf eigene Rechnung die nachhaltigen Behälter. Die Kosten für die bedruckten Papiertragetaschen übernimmt weiterhin der GVA“, erklärte Olischer.

Die von Mödling ausgehende Initiative sei mittlerweile „ein Riesen-Erfolg: Alle 20 Bezirksgemeinden sind mit dabei, in Mödling fast alle Gastronomen“. Auch das Echo der Gäste sei durchwegs positiv, betonte Olischer.

Restl-Kochbuch gibt’s beim Abfallverband

Regelmäßige Informationen rund um das Thema „Lebensmittelverschwendung“ gebe es beim Regional&Kostbar-Markt, Tipps übers Restl-Kochen „waren bereits geplant, dann kam Covid. Es gibt aber wenigstens vorab das Restl-Kochbuch des GVA“, machte Olischer Werbung in eigener Sache.

Sie ist auch Obfrau des Gemeindeverbandes. Und auch in dieser Funktion ist es ihr ein Anliegen, dass sich bald Umdenken einstellt.

„Allein für Mödling mit den rund 11.000 Haushalte werden jährlich Lebensmittel im Gegenwert von rund 3,6 Millionen Euro weggeworfen.“

Umfrage beendet

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