Erntesaison noch nie so früh: Hitze dezimiert Ertrag. Der heiße Frühling beeinträchtigte das Wintergetreide, Hitzewelle bedroht Zuckerrüben; Winzer zufrieden.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. August 2018 (05:07)
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Heuer begann die Getreideernte so früh wie noch nie. Die Qualität ist zufriedenstellend, die Menge allerdings nicht.

Wintergetreide, so nennt man jenes Getreide, das bereits im Herbst des Vorjahres angebaut wird, damit es dann im Frühling heranwächst und im Sommer geerntet werden kann. Landwirt Willi Radlinger aus Achau hat „die erste Fuhre Wintergerste am 11. Juni ins Lagerhaus Guntramsdorf gebracht. Das ist rund zwei Wochen vor der ernteüblichen Zeit. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so früh begonnen zu haben.“

Diese Beobachtung bestätigt auch Landwirtschaftskammerobmann Johann Tröber aus Vösendorf. „Die zeitige Hitze im Frühjahr und der fehlende Regen, diese Faktoren summieren sich. In der Blütephase hat der Pflanze wie dem herkömmlichen Brotweizen das Wasser gefehlt. Da hilft es auch nicht, immer und immer wieder zu düngen. Das Wasser ist der entscheidende Faktor.“

"Die Bestände waren schwach"

Für die Winterkulturen schätzt Tröber eine verminderte Ernte von 20 bis 40 Prozent. Bei den Sommerkulturen wie Braugerste und Hartweizen, aus dem vor allem Grieß erzeugt wird, schaut es auch noch schlechter aus. „Die Bestände waren schwach, der Ernteausfall wird 50 Prozent betragen“, ist Tröber wenig zuversichtlich.

Das sage aber nichts über die Getreidequalität aus, die sei aufgrund des hohen Proteingehaltes, ausgebildet trotz der hohen Temperaturen, nämlich sehr hoch. „Das bekommen die einzelnen Bauern aber von keiner Mühle abgegolten“, relativiert Tröber vorschnellen Optimismus. Traurig schauen die Zuckerrüben aus. Die aktuelle Hitzewelle bringt die Blätter zum Absterben, ohne Blätter kann die Pflanze aber nicht überleben.

Die Winzer haben kein Problem mit dem Wetter. Christian Schabl aus Gumpoldskirchen erklärt: „Aufgrund der konstanten Niederschläge im Juni und Juli sind die Stöcke gut mit Wasser versorgt. In den extremen Trockenphasen haben wir zusätzlich bewässert.“ Die Weinlese beginnt Ende August, rund zwei Wochen vor dem üblichen Beginn. Hannes Hofer, ebenfalls aus Gumpoldskirchen, konnte bereits Ende Juli erste Reben einer frühreifen Sorte ernten und Sturm ausschenken.