Feuerwehr-Wahl bringt viele neue Führungskräfte. Eine Umfrage zeigt, dass sich in den Kommandos der Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks Mödling personell einiges tun wird.

Von Red. Mödling. Erstellt am 30. Dezember 2020 (04:13)

Brandrat Peter Lichtenöcker wird sich „gemeinsam mit dem Team“ der Wiederwahl stellen, und – „wenn es die Mannschaft will“ – seine dritte Funktionsperiode als Kommandant der FF Mödling antreten. Lichtenöcker macht im NÖN-Gespräch auch klar, dass er zudem „für eine Funktion im Bezirksfeuerwehrkommando zur Verfügung“ stehen würde.

Noch ungewiss ist die Situation in Wiener Neudorf. Branddirektor Walter Wistermayer, seit zehn Jahren Kommandant, zuvor fünf Jahre Stellvertreter, ist zwar „weiterhin mit Herz für das Feuerwehrsystem da“, er würde sich aber wünschen, dass künftig die Kommunikation zwischen den Wehren deutlich verbessert wird. „Wir sitzen immerhin alle im selben Boot.“ Am 11. Jänner werde seine Entscheidung fallen, am 30. Jänner wird gewählt.

„Nach turbulentem Beginn sind wir ein gut eingespieltes Team und haben alles im Griff. Kommandant Will Nigl, Perchtoldsdorf

Münchendorfs Feuerwehr-Kommandant Franz Winkler wird sich altersbedingt nicht mehr aufstellen lassen. „Ich bin 62 Jahre, würde ich wieder Kommandant werden, müsste es mitten in der 5-Jahres-Periode einen Wechsel geben und das möchte ich meinen Kameraden ersparen.“ Es sei eine „sehr schöne und auch manchmal anstrengende Zeit gewesen. Es ist immer wieder schön, zu sehen, wie wir Leuten helfen konnten, ob es sich um eine Kleinigkeit handelt oder einen Großbrand“, betont Winkler. Besonders stolz ist der hauptberufliche Bild- und Tonmeister auf die Erfolge im schweren 2020er-Jahr. „Wir haben trotz Corona fünf Feuerwehrfrauen und -männer aufgenommen und ausgebildet. Sie sind die Zukunft der Feuerwehr.“

Anders sieht die Situation in Laab im Walde aus. Der derzeitige Kommandant Markus Wagner wird erneut für die Wahl am 17. Jänner kandidieren, Stellvertreter Andreas Jedlicka altersbedingt nicht mehr; für seine Funktion wird sich Richard Högn bewerben. Für Wagner ist wichtig, dass „Kameradschaft gelebt wird, damit alles reibungslos funktioniert. Außerdem ist es erfreulich, wenn wir Tag für Tag der Bevölkerung helfen können“.

Guntramsdorfs Feuerwehrkommandant Roman Janisch kandidiert ebenso wie sein bisheriger Stellvertreter Michael Schinko. Der Kommandant hat einige Herausforderungen vor Augen: „2021 steht ein großer Umbau des Feuerwehrhauses an. Vieles wird modernisiert, das Herzstück ist ein Aggregat für die Notstromversorgung im Falle eines Blackouts.“ Auch ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug soll gekauft werden. „Wir haben das alte Fahrzeug bereits seit 27 Jahren in Betrieb.“

Daumen halten für Martin Gall

Martin Gall, Maria Enzersdorf, der erst vor knapp zwei Jahren die Funktion von Wolfgang Deringer übernommen hat, wird sich erstmals der Wahl stellen. Den Unterschied zwischen Kommandant und Stellvertreter beschreibt er als „Quantensprung, da ändert sich sehr viel. Die Verantwortung und das Aufgabengebiet sind groß, man steht nicht mehr in zweiter Reihe, sondern ganz alleine vorne“. Aktuell hat Gall noch ganz andere Sorgen. Er hat auch Weihnachten im Landesklinikum Baden verbracht, wo er sich von den Folgen der Corona-Erkrankung erholt. Er wünscht sich, „zu Silvester, spätestens zu meinem 51. Geburtstag am 1. Jänner wieder zu Hause zu sein. Die Freude über die Grußkarten der Kameraden, war sehr groß“.

Das Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Perchtoldsdorf wird sich erneut der Wahl stellen. Kommandant Willi Nigl ist zufrieden: „Nach turbulentem Beginn sind wir ein gut eingespieltes Team und haben alles im Griff. Es herrscht Kameradschaft, es gibt keine Reibereien und Diskussionen. Nachdem wir im Oktober unseren lang gehegten Wunsch, die neue Drehleiter, auch mithilfe der Gemeinde realisieren konnten, haben wir aktuell noch keine konkreten Pläne.“

In der Region Wienerwald wird es in Gaaden einen neuen Kommandanten geben. Erich Muck kandidiert nach insgesamt 15-jähriger Tätigkeit nicht mehr. „Die Jugend ist an der Reihe, die hat mehr Biss.“ Als Nachfolge- Kandidat gilt Martin Jakubowics.

Alles beim Bewährten bleibt in Hinterbrühl, wo Franz Sittner jun. und Stellvertreter Florian Zierlinger erneut antreten. 2021 stehe im Zeichen des Mitgliederwerbens und der Nachwuchsförderung, betonte Sittner: „In Sachen Ausbildung waren wir durch Corona sehr blockiert, ich hoffe, dass wir da bald weitermachen können.“

Hennersdorfs Kommandant Christian Fastl ist erst seit Juli 2018 im Amt und wird sich „auch für die kommende Periode bewerben. Ich wurde bereits offiziell vorgeschlagen, ohne Gegenkandidaten, daher gehe ich von einer weiteren Amtszeit aus. Auch mein Stellvertreter, Paul Reiter, wird aller Voraussicht nach in seiner Funktion weiter machen“. Er wolle die FF Hennersdorf zukunftsfit machen: „2021 erhalten wir zwei neue Einsatzfahrzeuge. Deshalb wird der Schwerpunkt auch auf die Einschulung und die generelle Ausbildung unserer Mitglieder liegen. Ein weiterer Punkt, der uns wichtig ist, ist die Verbesserung der Raumsituation vor Ort“, erklärte Fastl.

Spannung nach Anzeige in Vösendorf

Hochspannung herrscht in Vösendorf. Allen Unkenrufen zum Trotz will Friedrich Flasar in seine dritte Periode als Kommandant gehen. Davon könne ihn auch die anonyme Anzeige wegen einer angeblichen Corona-Party im Feuerwehrhaus – Beweise dafür gibt es bislang nicht, die Vorwürfe werden aber untersucht – nicht abhalten: Die FF Vösendorf zu leiten, sei auch aufgrund der geografischen Lage „eine große Herausforderung. Wir haben mehrere Autobahnen und Schnellstraßen und hatten schon Jahre, wo wir bis zu 650 Einsätze fahren mussten. Dieses Jahr war durch Corona und besonders dem ersten Lockdown im Frühjahr deutlich ruhiger, aber dennoch eine Herausforderung“, berichtet Flasar. „Für mich ist diese Funktion kein Beruf, sondern Berufung. Mein Urgroßvater war Gründungsmitglied der FF Vösendorf. Worauf wir jedoch achten müssen ist, auch in Zukunft ein attraktives Angebot für die jungen Menschen bereit stellen zu können.“