Gastronomie ist zurück - Gäste positiv überrascht. Das Echo der Gäste war mehr als positiv; in Mödling gab’s eine Neuübernahme.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 20. Mai 2020 (05:22)
Hoher Besuch im Hauben-Heurigen spaetrot: Johanna Gebeshuber empfing Ministerin Elisabeth Köstinger und Mario Pulker.
Paul Gruber

Seit 2. Mai haben alle Geschäfte der Shopping City Süd geöffnet, seit Freitag ist auch die Gastronomie wieder mit dabei. „Ein irrsinnig wichtiger Schritt“, betonte Anton Cech, Verantwortlicher des Shopping Center-Managements bei Unibail-Rodamco-Westfield, dem Eigentümer und Betreiber der SCS. 2008, als Cech seine Funktion übernommen hat, waren gerade einmal drei Prozent der Shoppingcenter-Fläche von der Gastronomie besetzt, heute sind es 13.

Andreas Schutti von der „ROX Musicbar & Grill“ im Multiplex hat gemeinsam mit dem Team das Lokal auf die Corona-Regeln hingetrimmt. Die Reservierungen seien „sehr erfreulich. Natürlich wird uns die Laufkundschaft noch abgehen“, solange die Grenze zu Ungarn und der Slowakei noch geschlossen sind. Innovativ ist auch der Plexiglas-Mundschutz, mit dem im ROX serviert wird: „So schauen die Mitarbeiter gleich viel freundlicher aus als hinter einer Maske.“

Auch in den insgesamt vier „Castelletto“-Lokalen in der SCS („Venezia“, 2 x Castelletto-Eis, „Edelweiß Alm“) war alles vorbereitet. „Die Mitarbeiter wurden massiv geschult“, betont Lukas Castelletto, „die Tische werden laufend desinfiziert, es gibt nur mehr Monoportionen Salz und Pfeffer.“ Die ersten Tage waren „sehr durchwachsen und eher bescheiden“, zog Castelletto erste Bilanz. „Einige Stammgäste haben uns zwar bereits besucht, jedoch entsprechen die Zahlen bei weitem nicht unseren Erwartungen.“

Hoher Besuch in Sulz und bei „spaetrot“

Georg Stocker (Landgasthaus Stocker, Sulz) hat die Pause genutzt, um Kraft zu tanken: „Für mich ist mein Beruf auch Berufung, ich kann mit meinem Team jetzt wieder voll durchstarten.“ Dafür hat er „Stockerwirt“-Masken anfertigen lassen. Zudem wurde Desinfektionsmittel aufgestellt und alles entsprechend der Hygienevorschriften gestaltet. Einige Gästegruppen haben storniert, aber beim Neustart war das Haus ausgebucht: „Unsere Stammgäste haben uns die Treue gehalten“, bedankte sich Stocker: „Wir sind gut aufgestellt, haben alles gut überstanden und keine wirtschaftlichen Probleme.“ Am Montag machten sich Landesrat Jochen Danninger, ÖVP, und „Wienerwald“-Geschäftsführer Christoph Vielhaber ein Bild im Lokal.

Hohen Besuch bekam auch Johanna Gebeshuber vom „spaet rot“-Heurigen in Gumpoldskirchen: Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger, ÖVP, und Mario Pulker, Spartenobmann „Tourismus und Freizeitwirtschaft“ in der Wirtschaftskammer Niederösterreich: „Ich habe ihnen meine Situation, meine Ängste geschildert – und dass ich immer noch kein Geld erhalten habe“, erzählte Gebeshuber im NÖN-Gespräch. Sie habe zudem die coronabedingt freie Zeit genutzt, um „auch darüber nachzudenken, wie ich weitermache. Im Grunde genommen bin ich aber überzeugt, dass wir es schaffen, wenn wir alle zusammenhalten“. Die Stimmung im Lokal sei „sehr interessant gewesen. Ich habe das Gefühl, dass die Gäste unsere Produkte jetzt noch mehr zu schätzen wissen“, die kommen in Bio-Qualität aus der Region.

Claudia Fuchs übernimmt den „Posthof“ am Schrannenplatz in Mödling, MarcusSchelivsky steht weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.
Dworak

Die Überraschung schlechthin gab’s im Mödlinger Zentrum: Claudia Fuchs und ihr Sohn Stephan haben den „Posthof“ übernommen. Die Ära „Schelivsky“, seit 1994 untrennbar mit dem „Posthof“ verbunden, ist zu Ende. Für Claudia Fuchs war es „immer schon ein Traum, einmal einen Gastronomiebetrieb zu führen“. Den „Posthof“ kennt sie als Stammkundin in und auswendig.

Investition in schwieriger Zeit

Dass die Übernahme gerade in einer sehr schwierigen Zeit erfolge, sei ihr bewusst. Sie hält es da allerdings mit Warren Buffett, einem der erfolgreichsten Investoren und drittreichster Mensch der Welt: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind“ – „Ich denke, dass jetzt eine sehr gute Gelegenheit für Investments ist“, meint die neue Pächterin. Und „damit wir keinen Stammgast verlieren, wird mich Marcus Schelivsky in den nächsten Monaten noch begleiten und unterstützen“. Ein Umbau ist im nächsten Jahr vorgesehen, Schelivsky kümmert sich jetzt verstärkt um die „Waldmeierei Liechtenstein“ und „anderen Projekten, auf die ich mich schon sehr freue“. Das Personal wird übernommen.