Gert Zaunbauer: „Kein Grund mehr, Sparten auszusperren“. Ob in der Gastronomie, Hotellerie oder beim Sport, alle wünschen sich, ihre Türen bald wieder aufsperren zu dürfen.

Von Red. Mödling. Erstellt am 25. Februar 2021 (03:22)
Gastro-Branchensprecher Johannes Schmid – hier in seiner „Kanzlei“ – hat Angst: „Besonders schlimm wird es Ende März, denn da werden sämtliche Stundungen fällig.“
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„Die große Hoffnung liegt auf Mitte März und einer Öffnung der Schanigärten“, beschreibt Johannes Schmid, Bezirkswirte-Sprecher und „Café Kanzlei“-Chef in Möding die derzeitige Situation der Gastronomen. „Besonders schlimm wird es Ende März, denn da werden sämtliche Stundungen fällig.“ Viele seiner Kollegen und auch er halten sich mit der Möglichkeit des „Take-away“ über Wasser.

„Nach 44 Jahren Selbständigkeit kommt mir die jetzige Situation an manchen Tagen wie im Film vor“, ist Franz Gerhart, Inhaber des gleichnamigen Gasthofs in Perchtoldsdorf, verzweifelt. „Die Hilfen des Staates kommen spät bei uns an. Deshalb, weil Tausende Betriebe Eingaben machen. Kein Staatspersonal der Welt kann das zeitnah stemmen. Auch der eigens gegründete Verein, der die Auszahlungen bearbeitet, benötigt dazu Zeit.“ 

Zeit, die Betriebe laut Gerhart nicht haben. „Im Hotel habe ich ein Betretungsverbot für Reisende, ich gehe von -70 Prozent aus. Im Restaurant ebenfalls. Diesen Umsatz generiere ich aber glücklicherweise mit Essenslieferungen.“

Frustration und Existenzangst

Der Mödlinger Gert Zaunbauer vertritt als Obmann der Wirtschaftskammer NÖ-Fachgruppe „Freizeit- und Sportbetriebe“ jene Sparten, die seit Wochen kein Licht am Ende des Lockdown-Tunnels sehen. „Konkret haben auch im Bezirk unter anderem nur Solarien, Golfplätze oder Reitclubs offen. Alle anderen sind frustriert und kämpfen mit Existenzängsten bzw. um die Existenz. Veranstalter oder Schausteller haben gar seit März 2020 einen Lockdown.“

Zaunbauer malt ein düsteres Bild: „Experten sprechen von einer krisenbedingten Insolvenz-Quote in der Freizeitwirtschaft von 20 Prozent aller Freizeitbetriebe Österreichs.“ Man hoffe auf eine baldige Durch-Impfung der Über-65-Jährigen und baue auf den Frühling, weil „dann outdoor einfach mehr möglich ist“.

Dennoch werde er nichts unversucht lassen, vehement auch für die rasche Öffnung von Fitnesscentern, Kinos, Veranstaltungslocation und dergleichen einzutreten: „Ich denke, wir alle haben gelernt, was Corona bedeutet und wie wir damit umgehen müssen. Es gibt längst Konzepte, wie man etwa sichere Veranstaltungen für 50 Personen durchführen kann, mobiler Teststraße inklusive“, betont Zaunbauer. „Es gibt aus meiner Sicht keinen Grund mehr, unsere Sparten auszusperren.“

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