Hundehaltung: Basiswissen gefragt. Bezirksjägermeister vermisst Informationspolitik, private Hundebesitzerin ist für bessere Ausbildung der Hundehalter.

Von Red. Mödling. Erstellt am 29. Juli 2020 (05:45)
Carina Wittig aus Laxenburg setzt sich für eine artgerechte Hundehaltung ein.
Philipp Stanitz

Bezirksjägermeister Johannes Unterhalser aus Biedermannsdorf blickt mit gemischten Gefühlen auf die geplanten Gesetzesänderungen bezüglich des Hundehaltegesetzes. „Grundsätzlich herrscht zur Zeit eine schlechte Übersicht über die genauen Pläne der Politik“, beklagt Unterhalser, welcher selbst zweifacher Hundebesitzer ist. Er vermisst eine bessere Informationspolitik, um hier eine genaue Bewertung der geplanten Vorhaben formulieren zu können. „Ausbildung ist in jedem Fall immer wünschenswert, sei es die Ausbildung der Hunde selbst, oder die der Hundebesitzer.“

Unterhalser weiß aus eigener Erfahrung, dass viele Menschen oft falsche Vorstellungen haben, wenn es darum geht, einen Hund zu halten. „Es ist sehr wichtig, sich gut zu überlegen, welche Rasse man haben möchte“, betont Unterhalser, „viele Personen berücksichtigen die Zeit nicht, welche man für einen Hund schließlich auch aufbringen muss“.

Hundebesitzer haben schon Ausbildungen

Grundsätzlich ist Unterhalser gegen zusätzliche gesetzliche Verpflichtungen für Hundebesitzer, es sei hingegen viel wichtiger, „Bewusstseinsbildung“ bei den Menschen herzustellen. Einem möglichen Beratungsgespräch vor der Anschaffung eines Hundes steht er daher offen und positiv gegenüber. Zudem gebe es schon zahlreiche Möglichkeiten, Hundebesitzer mit ihren Tieren adäquat auszubilden.

„Wenn jemand bereits Begleithundeprüfungen abgelegt hat, warum sollte ich diese Person noch zusätzlich verpflichten, weitere gesetzliche Auflagen zu erfüllen?“, fragt Unterhalser. Zudem fragt sich der Bezirksjägermeister, „wer denn das alles kontrollieren wird“.

Carina Wittig aus Laxenburg, selbst langjährige Hundebesitzerin, steht den geplanten Änderungen positiv gegenüber.

„Ich begrüße verpflichtende Beratungsgespräche für alle Personen, die mit dem Gedanken spielen sich einen Hund anzuschaffen, besonders weil viele Menschen oft nicht darauf achten, dass ihre Tiere dann auch artgerecht gehalten werden.“ Auch einer möglichen Sachkunde für Hundebesitzer sei zu begrüßen, da man dadurch nachvollziehen könne, ob Hundebesitzer die entsprechenden Qualifikationen besitzen.

Carina Wittig hat selbst eine knapp neun Jahre alte Hündin, eine Mischung aus Labrador und Golden Retriever. „Bei so vielen verschiedenen Rassen kann man schon leicht den Überblick verlieren, welche Art von Hund für einen selbst am besten ist“, erklärt sie. Zusätzlich steht noch die Einführung eines NÖ Hundespasses im Raum, wo künftig sämtliche Untersuchungen, Auffälligkeiten und dergleichen angeführt werden sollen.

Die junge Hundebesitzerin sieht auch hier keine großen Umstände auf zukünftige Hundebesitzer zukommen: „Es gibt bereits einen Impfpass eigens für Hunde, wo alles genau dokumentiert werden muss, daher finde ich es nicht schlecht, wenn man hier noch weitere Aspekte in einen möglichen Hundepass einfließen lässt.“

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