Nahversorgung: Familiäres Service zählt noch. Die Greißler lassen sich einiges für ihre Kunden einfallen und punkten mit Qualität & Aufmerksamkeit.

Von Daniela Purer. Erstellt am 27. November 2019 (03:27)
Stammkunde Kevin schätzt an der Genussfarm vonRenate Neubauer (M.) und Herbert Kaltenbacher (l.) besonders die familiäre Stimmung und das gute Essen.
Daniela Purer

Kamill Rauf betreibt seit dem Jahr 2003 einen Feinkostladen in der Ferdinand Buchberger-Gasse 11 in Mödling und ist bei seinen Stammkunden überaus beliebt. Auf die Frage wie man als Nahversorger gegenüber einem Supermarkt überleben kann, hat Kamill Rauf eine plausible Antwort parat: „Man muss in der heutigen Zeit flexibel sein. Wir lassen den Kunden spüren, dass er noch König ist. Bei uns wird zum Beispiel die Ware älteren Leuten ohne Lieferkosten zugestellt – und das wissen viele sehr zu schätzen. Ebenso sind wir bemüht, Ware, die es in unserem Sortiment nicht gibt, rasch zu besorgen.“ Neben Lebensmitteln, Zeitungen und Tabakwaren mit Automaten betreibt Rauf in seinem Laden auch eine Poststelle sowie seit geraumer Zeit auch einen Bankomaten.

Täglich frisches Obst und Gemüse in Bioqualität und feinste kulinarische Spezialitäten – das bietet die „Genussfarm“ von Renate Neubauer, ein Feinkostladen in Perchtoldsdorf. An sechs Tagen in der Woche fährt Küchenchef Herbert Kaltenbacher persönlich auf den Großgrünmarkt in Inzersdorf und bietet seinen Kunden so nur die frischeste Ware an. Seit eineinhalb Jahren führt sie gemeinsam mit Kaltenbacher in einem größeren Geschäft neben dem Nahversorger zusätzlich ein kleines Bistro. „Täglich wird ein Tagesteller zubereitet, der mit Gemüsebeilage, Fisch oder Fleisch in Bioqualität serviert wird: klassische französische Küche mit österreichischem Einfluss“, erklärt Kaltenbacher. Wenn jemand krank ist, beliefern wir ihn gerne oder tragen die Einkäufe zum Auto“, ergänzt Kaltenbacher. „Unsere Inspiration ist der Genuss des Gastes.“ Bleibt Ware übrig, wird einmal in der Woche eine Kiste für die Caritas mit den Lebensmitteln gefüllt.

Kamill Rauf im Kreise einiger seiner treuen Stammkunden.
Willy Kraus

Totaler persönlicher Einsatz und gute, nachhaltige, biologische Produkte – das ist auch das Erfolgsgeheimnis des Hofladens von Johannes Wiesmayer in Hennersdorf. Zu den besonderen Spezialitäten des Ladens gehört das hausgemachte Gulyás von Hirsch, Reh oder Wildschwein, welches frei von Konservierungsmitteln in jeder Menge und auf Wunsch gern in Warmhaltern angeboten wird. Seit 15 Jahren betreiben Wiesmayer und seine Frau den Laden im Zwei-Personen-Betrieb: „Das Wild stammt aus freier Wildbahn aus dem Wienerwald und aus eigener Bio-Zucht“, betont Wiesmayer. Auch er freut sich über zahlreiche Stammkunden, die vor allem die persönliche Beratung schätzen.

In der Bäckerei Kolm in Mödling beharrt man auf traditionelle Rezepturen, die teilweise schon in der dritten Generation weitergegeben wurden. Geschäftsführer Jörg Kolm erzählt: „Durch die hauseigenen Rezepte sind unsere Produkte nicht mit anderen vergleich- oder austauschbar und das hebt uns von unserer Konkurrenz ab.“ Zu haben sind unter anderem Brote aus Weizensauerteig ohne zusätzliche Hefe und palmölfreie Produkte. Und auch das wissen „unsere vielen Stammkunden zu schätzen“.

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