Nikolaus findet trotz Corona Weg zu Kindern. Der heilige Nikolaus stattet den Kindern im Bezirk Mödling ganz besondere Besuche ab.

Von Michelle Schüller. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:45)
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„Der Nikolaus kommt trotzdem“, betont Christian Zach von den Pfadfindern Maria Enzersdorf/Südstadt, „der Nikolaus-Besuch wird dieses Jahr im Freien stattfinden und mit ‚Rentierabstand‘.“ Mit einer online Anmeldung können Eltern den Nikolaus auf der Pfadi-Homepage buchen und „auch Lob und Tadel angeben, welche dann in das sogenannte ‚Goldene Buch‘ eingetragen werden, worauf der Nikolaus dann vor Ort eingeht.“ Geschenke für die Kinder werden aber kontaktlos vor die Haustüre gestellt.

Auch die Pfarre Münchendorf hat sich dazu entschieden, wieder ihren beliebten Nikolaus Martin Hein (81) auszusenden. „Ich freue mich trotz der derzeitigen Umstände sehr darauf“, erklärt Hein. Eine Besonderheit an den Auftritten des Pensionisten: „Wenn das Wetter es zulässt, komme ich auf dem Motorrad vorbei“.

Normalerweise setzt sich Hein zu den Kindern und spielt Gitarre, „auch auf das muss ich dieses Jahr verzichten“. Denn auch hier muss der Nikolaus draußen bleiben. „Herr Hein wird vom Fenster aus zu bestaunen sein“, informiert Brigitte Sziveli von der Pfarre Münchendorf. Erstmals dürfen sich heuer auch die Volksschulkinder freuen, Martin Hein als Nikolaus bewundern zu können. Laxenburgs Vizebürgermeisterin, Silvia Wohlfahrt, ÖVP, hat sich für den Nikolotag etwas besonderes einfallen lassen.

„In den Jahren zuvor konnten die Kinder den Nikolaus auf dem Schlossplatz treffen, heuer haben wir dafür eine recht gute Alternative gefunden.“ Denn dieses Jahr ist auch der Nikolaus digital unterwegs. „Am fünften Dezember wird um 17 Uhr auf unserer Gemeindehomepage und auch auf unserer Facebook-Seite eine Videobotschaft vom Nikolaus zu finden sein“, erzählt Wohlfahrt.

Außerdem gibt es wie immer die heiß begehrten Nikolaussackerl. Diese werden von den Gemeinderatsmitgliedern und auch von den Mitarbeitern des Wirtschaftshofes ausgeteilt „mit einer Botschaft, dass der Nikolaus zwar nicht direkt zu den Kindern kommen kann, aber trotzdem an sie gedacht hat.“

In Guntramsdorf macht der heilige Nikolaus dieses Jahr Pause. Werner Deringer (53), Fraktionschef der ÖVP Guntramsdorf, spielt bereits seit 30 Jahren alljährlich den beliebten Heiligen.

„Meine Nikolaustätigkeit ist eigentlich aus einem Spaß heraus entstanden. Ich habe damals mit einer befreundeten Pädagogin gewitzelt, dass ich mich ja als Nikolaus verkleiden kann. Kurz darauf war ich dann auch schon in dem Kostüm und bin es bis heute noch jedes Jahr.“

Deringer bringt Kinderaugen im Kindergarten Gießhübl und auch in der Sonderpädagogischen Schule in Mödling mit seinen Auftritten zum Strahlen, dieses Jahr jedoch nicht. „Ich wäre aber durchaus bereit, einen Online-Nikolaus-Besuch durchzuführen, wenn das Thema wird“, erklärt der langjährige Nikolaus.

Rituale sind besonders für Kinder wichtig

Jemand, der auch schon seit fast 30 Jahren die Herzen der Kindergartenkinder höher schlagen lässt, ist Diakon Andreas Frank von der Pfarre Neu Guntramsdorf.

„Ich bin jedes Jahr der Nikolaus für die beiden Kindergärten. Wie alles in 2020 ist auch dieses Fest anders, ich werde bei den Fenstern anklopfen, damit die Kinder mich sehen können und dann die Geschenke draußen abstellen.“

Hausbesuche wird es keine geben, aber: „Uns war es trotz der derzeitigen Situation enorm wichtig, die Feste und Riten nicht ausfallen zu lassen, denn genau diese sind besonders wichtig für Kinderseelen“, sagt Diakon Andreas Frank.

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