Schadstoff-Diskussion: Benziner sind im Kommen . Diesel-Autos soll’s an den Kragen gehen. Noch sind sie im Bezirk in der Überzahl.

Von Christoph Dworak und Karl Stiefel. Erstellt am 03. September 2017 (04:51)
Durch den VW-Skandal und die Fahrverbote in Deutschland gehen auch im Bezirk die Diesel-Neuanmeldungen zurück. 
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Skandal um manipulierte Abgaswerte, Gefahr für die Umwelt, geplante Fahrverbote im städtischen Bereich – Diesel ist in Verruf geraten, Verkehrsminister Jörg Leichtfried, SPÖ, hat zum Diesel-Gipfel geladen. Er hat sich vorerst gemeinsam mit Vertretern der Autobranche auf ein Software-Update und eine Umtauschprämie für ältere Diesel- Modelle geeinigt. Leichtfrieds Ankündigung, er wolle bis 2030 Verbrennungsmotoren gänzlich von den Straßen verbannen, dürfte damit hinfällig sein.

Für Andreas Leodolter, Geschäftsleiter und Prokurist bei Auto Ebner (ein Standort liegt in Brunn am Gebirge) sieht die Diskussionen rund um ein mögliches Diesel-Verbot „sehr gelassen. Die von uns vertretenen Marken Opel und Hyundai weisen sehr geringe CO -Werte auf. Und unsere vielen kleinen Modelle sind ohnehin Benziner. Ich denke, nichts wird so heiß gegessen, wie’s gekocht wird“. Dass weniger Diesel-Fahrzeuge gekauft werden, sei nicht zu spüren. „Auch unsere Firmenkunden greifen nach wie vor auf Diesel-Autos zurück.“

Die Kunden interessieren sich für solche Themen, fragen bei uns nach, was Sache ist“, Werner Kaltenböck, Authaus Zitta

Der Verkauf von Elektro-Fahrzeugen bewege sich nach wie vor „im Promille-Bereich. Die Kunden sind zwar sehr interessiert, auch nach der Probefahrt begeistert, gekauft werden aber dann doch Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb“, spricht Leodolter aus der Praxis. Sehr positiv sieht der die Umtauschaktion. Die habe schon im Krisenjahr 2009 positive Auswirkungen gezeigt.

Werner Kaltenböck vom Autohaus Zitta Perchtoldsdorf sieht trotz der Diesel-Diskussion „keine drastisch spürbaren Änderungen bei den Verkaufszahlen. Der Trend für Kleinfahrzeuge geht seit längerer Zeit weg vom Diesel und hin zu Benzinern. Dass die Werte jetzt zum Politikum werden, ist so kurz vor der Wahl aber nicht verwunderlich. Ich kann aber Entwarnung geben, die aktuellen Fahrzeuge sind von den manipulierten Werten nicht betroffen.“

Er sieht die Auseinandersetzung mit dem Thema jedoch positiv: „Je mehr wir Fahrzeuge, die nicht mehr den aktuellen Umweltstandards entsprechen, von der Straße kriegen, umso besser. Die Kunden interessieren sich für solche Themen, fragen bei uns nach und wollen wissen, was Sache ist. Immer mehr erkundigen sich nach Elektro-Fahrzeugen, etwa jeder fünfte Probefahrer entscheidet sich für eines.“

Eine Erfahrung, die Wolfgang Skala vom Perchtoldsdorfer Autohaus Renault Skala teilt: „Rund 20 Prozent der Interessenten entscheiden sich schließlich für ein Elektro-Auto. Für viele ist der Preis aber noch zu hoch, darum verlieren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren nicht an Relevanz.“

Für ihn gibt es aktuell „viel Aufklärungsbedarf seitens der Hersteller und Händler. Die Kunden sind verunsichert und teilweise sogar desinformiert. Wir werden gefragt, ob brandneue Fahrzeuge von dem Diesel-Skandal betroffen sind. Sind sie nicht. Um eine Änderung bei den Verkaufszahlen wegen dieser Verunsicherung merken zu können, ist es noch zu früh. Generell sind Benziner und zu einem geringeren Anteil Elektro-Autos für Privatpersonen im Großraum Wien gefragt. Bei Lkw und Firmenfahrzeugen wird aber nach wie vor auf Diesel gesetzt – mit den entsprechenden Standards, versteht sich.“