Schulskikurs: „Es geht nicht nur um Sport“. In den Schulen des Bezirks Mödling stehen die „Schnee- Wochen“ immer noch hoch im Kurs.

Von Daniela Purer. Erstellt am 15. Januar 2020 (03:00)
Spaß im Schnee: Durch Schulskikurse kommen viele Kinder erstmals auf die Bretter, die die (Ski-)Welt bedeuten.
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Skifahren als Alltagssport – das ist vorbei. War es vor 20 Jahren noch selbstverständlich, eine Woche im Jänner oder Februar Richtung Westen aufzubrechen, so hat Skifahren als Breitensport heute ausgedient. Umso wichtiger sind die Schulskikurse geworden. Aber nicht nur die Liftkarten werden immer teurer, Ausrüstung, Unterkunft und Verpflegung müssen auch noch im Budget kalkuliert werden. Das können und wollen sich viele nicht leisten.

Die EuropaSportMittelschule (ESM) Mödling macht den Kindern mit einem Skitag für die ganze Schule Lust auf den Sport im Schnee. Direktorin Brigitte Luksch-Hoffelner erzählt: „Vor dem eigentlichen Skikurs fahren wir auf den Annaberg. Dort können Neulinge das Skifahren ausprobieren und so bereits vorher entscheiden, ob ihnen der Sport zusagt.“

Für Luksch-Hoffelner ist der Schulskikurs nicht nur ein sportliches Ereignis: „In dieser Woche erleben die Schüler auch die Lehrer ganz anders, die Klassengemeinschaft wird gestärkt und die Teambildung gefördert.“

Förderungen gibt’s von vielen Seiten

In der ESM werden die Kosten für die Woche vom Elternverein gefördert. Rund 400 Euro müssen die Eltern dafür aufbringen. Förderungen gibt es auch vom Land Niederösterreich und der Stadtgemeinde Mödling. „Darum müssen sich die Eltern aber selbst kümmern“, betont Luksch-Hoffelner.

Im Sportgymnasium Maria Enzersdorf ist der Schulskikurs im Lehrplan fest verankert. Alle zweiten, dritten, fünften und sechsten Klassen kommen in den Genuss, eine Woche auf Brettern zu verbringen. Direktor Walter Sockel ist der Meinung: „Der Schulskikurs ist kein Auslaufmodell, sondern sehr wichtig. Unsere Schüler sollten sowohl das Skifahren als auch das Snowboarden beherrschen.“ Zusätzlich erhalten sie Einführungen in andere Wintersportarten wie der Skilanglauf oder dem Biathlon.

„Bei unserem Schulskikurs geht es aber nicht nur um den Sport“,erklärt Sockel weiter. „Die Schüler erhalten auch eine Vorbereitung auf alpines Verhalten, beispielsweise bei einem Lawinenabgang. Dafür haben wir eigene Geräte, die die Kinder ausprobieren dürfen.“ Finanzielle Unterstützung für die 300 bis 400 Euro teure Woche kommt vom Elternverein, wie Helmut Friedl bestätigt: „Der Schulskikurs ist kein Auslaufmodell. Bei uns wird aktiv nach Förderungen gefragt, jedoch bleibt das im einstelligen Bereich. Da es sich bei uns um ein Sportgymnasium handelt, kommen immer alle Schüler mit.“

"Beim Skikurs können sich Freundschaften vertiefen"

Doch nicht nur das Lehrpersonal, auch die Schüler möchten die Woche im Schnee nicht missen, wie Schulsprecher Thomas Andreas Heimhilcher von der Sta. Christiana in Rodaun bestätigt: „Einerseits ist natürlich die Bewegung sehr wichtig. Andererseits ist der Skikurs ein großartiges Ereignis, bei dem man nicht nur über die Schule redet und bei dem sich Freundschaften vertiefen können.“ Die Schüler aus Sta. Christiana fahren eine Woche Skifahren in die Nähe von Obertauern. Auch hier gibt es Unterstützung, sowohl vom Staat als auch vom Elternverein. Die Kosten schwanken zwischen 450 und 600 Euro.

In der HTL Mödling haben die Wintersportwochen nach wie vor Tradition und werden für alle 2. und 3. Klassen angeboten. „Heuer sind 120 Schülerinnen und Schüler mehr dabei“, macht Pressesprecherin Tanja Schmidbauer deutlich: Knapp 900 werden Richtung Felseralm (Obertauern), wo man seit über 70 Jahren zu Gast ist, Schloss Tandalier (Radstadt) und Oberwimm (Wagrain) aufbrechen, 2019 waren es 780 Schülerinnen und Schüler.

Finanzielle Unterstützung gibt es vom Staat und vom Elternverein der HTL Mödling, der die Wintersportwochen unterstützt.

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